Außerdem
reiht sich ein eingängiger Hit an den nächsten,
es regnet quasi Ohrwürmer am laufenden Band! Wie schon
in der Vergangenheit gewohnt, beginnen AGATHODAIMON
ihr Album mit einer typischen Bandhymne, die sich in diesem
Fall Heliopolis nennt und sich unwiderstehlich im emotionalen
Nervenzentrum festsetzt. Hier wird mit dem Gesang noch wenig
experimentiert.
Das ändert sich im Verlauf von Phoenix
aber merklich, wofür klar gesungene Strophen oder Refrains
Zeugnis ablegen – davon hätten es allerdings weniger
auch getan... Die Stücke besitzen überdies einen
eingängigen Groove und wirken manchmal ein wenig zu konstruiert,
kratzen aber großteils die Kurve, um nicht kitschig
zu wirken. Die Halbballade Winterchild klingt dahingehend
aber geradezu süßlich, vor allem im Kontrast zum
recht flotten und intensiv gekreischten Vorgänger Ghost
Of A Soul.
Ein weiteres Merkmal von Phoenix ist die hymnische
Gitarrenarbeit, die manchmal so melodisch daherkommt, dass
sie in Verbindung mit dem Keyboard ein wenig mehr Punch gut
vertragen könnte. Kurz streuen AGATHODAIMON auch
den einen oder anderen modernen Rhythmus ein, sodass etwa
Time Is The Fire in einem überraschend untraditionellen
Klangbild zu Gehör gebracht wird.
All diese Zutaten werden gut miteinander vermischt, wodurch
letztendlich eine homogene Gesamtstruktur entsteht, die über
die gesamte Distanz zu überzeugen vermag. Wie schon erwähnt,
erfüllen AGATHODAIMON aber nicht mehr den Anspruch
einer Black Metal Band, da sich das Klangbild hochmelodisch
und nur mehr dezent dunkel präsentiert.
Schlussendlich
entsteht der Eindruck einer Dark Metal Platte, die durch variablen
Gesang, hymnische Gitarrenleads und –soli sowie einige
moderne Einsprengsel interessant gehalten wird. Oder kurz
gesagt: AGATHODAIMON stehen für gut strukturierten
und eingängigen, aber trotzdem nicht anspruchslosen Dark
Metal mit Ohrwurmfaktor 10!