Eigenwillig
sind sie, die Brandstifter, die alle Mädels abbekommen…
Metal mit Keyboards, Core-Elementen, markanten Breaks und flirrenden
Gitarrenläufen, technischen Einlagen und eruptiven Death
Metal Parts – das haben sich die ARSONISTS GET ALL
THE GIRLS auf die Fahnen geschrieben.
Das klingt bisweilen enorm fordernd und auch mitreißend,
manchmal aber überfordernd und überladen. Dann nämlich,
wenn die ARSONISTS doomigen Core mit halsbrecherischem
Prog-Death mischen und Breakdowns auf irre Gitarrenläufe
treffen, so eine Art Sludge-Death-Core oder so ähnlich
;) - zu hören bei My Cup’s Half Empty.
Die halbzähe Mixtur kommt noch weitere Male zum Einsatz
und so braucht man ein paar Durchläufe, um die Musik nicht
vorschnell als komplett chaotisch und sinnlos abzutun. Vielmehr
kann der technische Anspruch, wenn er wohl dosiert wird, für
ergriffenes Staunen sorgen. Trotzdem sind herkömmliche
Strukturen kaum zu erkennen, easy-listening-music klingt definitiv
komplett anders.
Demgegenüber steht z.B. eine recht eingängige Nummer
wie In The Empyreans, die zu Beginn direkt normal wirkt,
aber dann wieder wahnwitzige Ideen auffährt. Manchmal sind
die Wendungen so extrem, dass ich kaum glauben kann, dass es
sich um das gleiche Stück handelt. So liefert das genannte
Lied ein harmonisches Gitarrensolo, bei dem mir glatt warm ums
Herz wird.
Danach überwiegt wieder abwechslungsreicher, teils wirr
zerfaserter Mischmaschmetal, der heftig komplex inszeniert ist
und damit sowohl faszinieren als auch gleichzeitig nerven kann.
Mittendrin blitzen aber wieder sehr nette Melodien von Gitarre
und Keyboard hervor. Auch jazzige Einlagen biegen überraschend
um die Ecke (I Lost My Loss Of Ruin).
Dass die Band eine kräftige Portion Humor besitzt, beweisen
die komplett durchgedrehten, außerirdischen letzten Minuten
am Ende der CD.
Den ARSONISTS
GET ALL THE GIRLS sind Genregrenzen egal – beim
Anhören von Portals müsst auch ihr
auf alles gefasst sein, es kann jederzeit alles passieren
– ich habe euch gewarnt! :)
|