Im
Sommer 2007 verlässt Anneke van Giersbergen überraschend
und nach 13 Jahren als langjährige Sängerin The Gathering,
um sich letztendlich und ohne äußere Zwänge
mit ihrer eigenen Band (und Label) AGUA DE ANNIQUE selbst
verwirklichen zu können. Bereits zwei Monate später
erscheint das Debütalbum Air mit Songs, die
sie während ihrer Schaffensphase in The Gathering geschrieben
hat. Natürlich sind die Songs daher deutlich von The Gathering
geprägt worden, enthalten sie doch viele der Trip Rock
Elemente und Gitarrenläufe, vergleichen sollte man beide
Bands jedoch nicht! Denn AGUA DE ANNIQUE ziehen das Pop/Alternative-Genre
vor und gehen massentauglichere, Mainstream-orientierte Wege.
Kommerziell würde ich AGUA DE ANNIQUE nicht nennen,
aber hin und wieder sind die Tracks dann doch zu süß
und recht... unbedarft.
Es gibt viele makellos schöne und bezaubernde Songs, wie
zum Beispiel Beautiful One, Day After Yesterday, My Girl,
Ice Water und Lost And Found, aber auch interessante
Ideen (Russisch gesprochene Zeilen in Trail Of Grief),
instrumentelle Experimente (Saxophon, Drums) und zwischendurch
mal schön rockende Gitarren (Witnesses oder You
Are Nice!)
Air hat aber auch so seine Schwachstellen. Manche
Songs klingen ein bisschen unfertig, nicht komplett ausgereift
und enden manchmal zu abrupt. Zum anderen erreicht Anneke in
hohen Stimmlagen schon mal Grenzen, es ist dann einfach zuviel
des Guten oder sie singt wegen der Atmung zu abgehackt.
Am Ende jedoch sind und bleiben AGUA DE ANNIQUE eine
neu gegründete aber talentierte Band mit einer wunderbaren
Sängerin, die mit Air ein solides und durchaus
überzeugendes Debüt abgeliefert hat. Air
macht vor allem neugierig, wohin sich die Band zukünftig
entwickeln wird.