ABSOLUTE STEEL - The Fair Bitch Project

Label: Edge Runner

Release: 29. 04. 2002

Von: Mephisto

Punkte: 6,5

Laut Labelinfo sind die Herren K2 (Gesang), Andy Boss (Gitarre), Dave Bomb (Gitarre) zusammen mit Sessionmusikern ausgezogen, um uns den guten, alten Metal zurückzubringen. Nun ja, ob der "Perfect Party Metal" (Zitat) der Herren mit den doch etwas seltsam anmutenden Pseudonymen dem gerecht werden kann?
An den Anfang des Silberlings wurde eine Story gepackt, wie sie selbst die (einstigen) Kings of Metal Manowar nicht klischeetriefender hätten schreiben können - diese Geschichte ist auf jeden Fall kultig und ein netter Einstieg in die Scheibe! In die selbe textliche Kerbe schlägt dann der Opener We Sentence You To Death (even if you're innocent) - Poser, Whimps, etc. sollen ausgemerzt werden - dieser Vorsatz ist natürlich durchaus löblich. Vom musikalischen her wird es allerdings nicht wirklich gelingen, die letzten Poser in ihren Löchern auszuräuchern. Die Nummer klingt eindeutig Eigthies-like, ist mir aber zu wenig druckvoll. Die nächste Nummer, Leatherbrinde, beginnt mit einem feinen Gitarrensolo und gefällt mir alles in allem besser als der Opener, haut mich allerdings auch nicht wirklich vom Hocker. Was folgt sind etliche mehr oder weniger (...eher weniger...) heftige Nummern, von denen eigentlich keine wirklich im Gehör hängen bleibt. Mir klingen ABSOLUTE STEEL dann doch zu altbacken, um mit den Metal-Recken von heutzutage (z.B. Primal Fear, deren neues Album Black Sun ein absoluter Killer ist) wirklich mithalten zu können. Das einzig nennenswerte Prädikat dieser Scheibe ist, daß die Gitarrenfront durchaus fähig ist, geile Soli zu spielen - warum dann aber der Rest der Songs eher schaumgebremst und blutarm klingt, ist mir ein Rätsel.
Lange Rede, kurzer Sinn: 80er - Fanatiker sollten auf alle Fälle mal ein Ohr riskieren, aber Freunde kerniger Riffs und fetter Doublebass werden mit The Fair Bitch Project nur bedingt ihre Freude haben. So kann auch ich mich nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen lassen - schade, daß das Album nicht das gebracht hat, was die Story zu Beginn verlauten lies.

Absolute Steel