ABORYM – Shifting.Negative

 
Label: Agonia Records
Release: 27.01.2017
Von: Stormlord
Punkte: 5/10
Time: 47:16
Stil: Industrial Metal
URL: Aborym
 

Mechanische Rhythmen, fiepende Geräuschkulissen, entrückter Gesang und schwebende Klanglandschaften prägen die Musik auf Shifting.Negative. Mich macht diese Mischung ja etwas nervös, doch die harmonischen Parts senken den Puls wieder ein wenig.
Die Italiener erschaffen eine Atmosphäre, die allen Anhängern von Nine Inch Nails gut gefallen dürfte. Manchmal passiert bei den stimmungsvollen Passagen recht wenig, eine einfache Keyboardmelodie wird etwa beim Stück Precarious von einer filigranen Flüsterstimme begleitet, bevor aus den Tiefen ein sich sanft steigerndes Getöse zu vernehmen ist.
Ein wenig heftiger gehen ABORYM bisweilen mit moderat riffenden Gitarren zu Werke und ziehen das Tempo während Decadence In A Nutshell plötzlich an. Der Song wirkt zusammengestückelt und besitzt latent irrwitzige Züge. Hin und wieder geistern in punkto Atmosphäre die Finnen Waltari oder auch Björk durch die spukigen Arrangements. Es macht teilweise richtig Spaß, den Kompositionen zu folgen, doch mir persönlich rauben die hektischen Tracks nach und nach die Contenance, doch wer auf eine irre Version von Marilyn Manson steht, wird seine helle Freude an diesem Album haben. Es bleiben zwar ein paar Klangfetzen positiv in Erinnerung, wie das stimmungsvolle Intermezzo bei You Can't Handle The Truth, aber die Musiker verlieren zu oft den Song an sich aus den Augen, nur um eine verrückte Idee an die nächste zu kleben. Tragedies For Sale geht jegliches Melodieverständnis ab und auch Going New Places animiert mit hibbeligen Grooves eher nicht zur wiederholten akustischen Einnahme.
Meine Ohren vertragen Shifting.Negative nur in ganz geringer Dosis, denn die kalten, mechanischen Rhythmen lassen kaum Platz für zwingende Songs oder elegante Spannungsbögen.