Die am häufigsten
angewandte Form der Abtreibung ist die Absaug-Methode. Durch
den erweiterten Muttermund führt der Arzt einen flexiblen
Plastikschlauch in die Gebärmutter ein. Das Kind wird durch
den starken, lauten Sog - zehn- bis dreißigfache Kraft
eines Staubsaugers - in Stücke gerissen und in einen Behälter
gesaugt. Zuerst werden die Arme und Beine vom Körper getrennt,
dann der Rumpf vom Kopf. Da der Kopf zu groß ist, um durch
den Plastikschlauch zu passen, knackt ihn der Arzt mit Spezialinstrumenten
wie eine Nuss und saugt die Bruchstücke einzeln ab in ein
Gefäß. Der zerfetzte Körper des Kindes wird
dann in den Verbrennungsofen gegeben.
In Belgien läuft das ganze etwas anders. In einer 36 minütigen
Prozedur wird mittels 10 brutalen Death Metal Tracks alles bis
aufs letzte zu Tode geknüppelt.
Die fünf belgischen Abtreibungsdoktoren präsentieren
hiermit eine neue Abort-Methode, durchgeführt im Archaic
Abattoir, dem alten Schlachthaus
Das Endprodukt scheint dasselbe zu sein, übrig bleibt ein
blutiger, zerrissener Haufen.
Sprach mich die erste Nummer Dead Wreckoning vorerst
gar nicht an, steigert sich das Album von Track zu Track, von
Sekunde zu Sekunde, bis man schließlich nach getaner Abtreibung
sich unweigerlich nochmal den Sound der Abtreibungspumpe reinziehen
muss.
Was das Goremageddon nicht vernichtete,
wird nun im 'alten Schlachhaus' hingerichtet.
Allgemein gesprochen hat man eine hervorragende Fortsetzung
des Vorgängers, gespickt mit auffallend mehr Riffs, Tempowechseln
und einigen Breaks, abgeliefert.
Neben dem gewohnten, brachialen ABORTED Gemetzel
ist das Schlachthaus aber sogar mit teils eingängigen Parts
und Soli ausgerüstet, und Songs wie The Inertia
oder auch Threading On Vermillion Deception brennen
sich dadurch im Hirn fest und sind so mitreißend wie noch
kein anderer ABORTED Song je zuvor. Man kann
aber keineswegs von Stilabweichung sprechen, natürlich
ist man dem Geknüppel treu geblieben, und auch Sänger
Sven De Caluwé schreckt nicht davor zurück seine
Stimme erbarmungslos zu schänden! Tiefe Grunts gepaart
mit herrlich boshaften Gekreische klingen erneut 'wie am Spieß',
und 'aufgespießt' war Sven nicht alleine, unterstützt
wurde er von on Bill Steer und Jeff Walker (Carcass), Bo Summer
(Illdisposed), Michael Bogballe (Mnemnic) und Jacob Bredahl
(Hatesphere).
Ohne dabei die nötige, knochenbrechende Brutalität
einzubüßen, weist das Album im Vergleich zu den Vorgängern
mehr fangende, melodiöse Aspekte auf.
Abschließend kann man das Album nur erneut loben. Für
ABORTED Fans und jeden der sich gerne von Musik
verprügeln lässt ein absolutes Muss und auch jene
denen ABORTED seit jeher zu wenig Feinheiten
besaßen oder es an Eingängigkeit mangelte werden
von The Archaic Abattoir ebenfalls
schlichtweg begeistert sein.
ABORTED haben sich selbst übertroffen
und mit Sicherheit eines der wohl besten Death Metal Alben 2005
kreiert!