ABORTED – The Archaic Abattoir

 
Label: Listenable Records
Release: 25.04.2005
Von: Robert
Punkte: 9,5/10
Time: 36:29
Stil: Brutal Death Metal
URL: Aborted
 

Die am häufigsten angewandte Form der Abtreibung ist die Absaug-Methode. Durch den erweiterten Muttermund führt der Arzt einen flexiblen Plastikschlauch in die Gebärmutter ein. Das Kind wird durch den starken, lauten Sog - zehn- bis dreißigfache Kraft eines Staubsaugers - in Stücke gerissen und in einen Behälter gesaugt. Zuerst werden die Arme und Beine vom Körper getrennt, dann der Rumpf vom Kopf. Da der Kopf zu groß ist, um durch den Plastikschlauch zu passen, knackt ihn der Arzt mit Spezialinstrumenten wie eine Nuss und saugt die Bruchstücke einzeln ab in ein Gefäß. Der zerfetzte Körper des Kindes wird dann in den Verbrennungsofen gegeben.
In Belgien läuft das ganze etwas anders. In einer 36 minütigen Prozedur wird mittels 10 brutalen Death Metal Tracks alles bis aufs letzte zu Tode geknüppelt.
Die fünf belgischen Abtreibungsdoktoren präsentieren hiermit eine neue Abort-Methode, durchgeführt im Archaic Abattoir, dem alten Schlachthaus
Das Endprodukt scheint dasselbe zu sein, übrig bleibt ein blutiger, zerrissener Haufen.
Sprach mich die erste Nummer Dead Wreckoning vorerst gar nicht an, steigert sich das Album von Track zu Track, von Sekunde zu Sekunde, bis man schließlich nach getaner Abtreibung sich unweigerlich nochmal den Sound der Abtreibungspumpe reinziehen muss.
Was das Goremageddon nicht vernichtete, wird nun im 'alten Schlachhaus' hingerichtet.
Allgemein gesprochen hat man eine hervorragende Fortsetzung des Vorgängers, gespickt mit auffallend mehr Riffs, Tempowechseln und einigen Breaks, abgeliefert.
Neben dem gewohnten, brachialen ABORTED Gemetzel ist das Schlachthaus aber sogar mit teils eingängigen Parts und Soli ausgerüstet, und Songs wie The Inertia oder auch Threading On Vermillion Deception brennen sich dadurch im Hirn fest und sind so mitreißend wie noch kein anderer ABORTED Song je zuvor. Man kann aber keineswegs von Stilabweichung sprechen, natürlich ist man dem Geknüppel treu geblieben, und auch Sänger Sven De Caluwé schreckt nicht davor zurück seine Stimme erbarmungslos zu schänden! Tiefe Grunts gepaart mit herrlich boshaften Gekreische klingen erneut 'wie am Spieß', und 'aufgespießt' war Sven nicht alleine, unterstützt wurde er von on Bill Steer und Jeff Walker (Carcass), Bo Summer (Illdisposed), Michael Bogballe (Mnemnic) und Jacob Bredahl (Hatesphere).
Ohne dabei die nötige, knochenbrechende Brutalität einzubüßen, weist das Album im Vergleich zu den Vorgängern mehr fangende, melodiöse Aspekte auf.
Abschließend kann man das Album nur erneut loben. Für ABORTED Fans und jeden der sich gerne von Musik verprügeln lässt ein absolutes Muss und auch jene denen ABORTED seit jeher zu wenig Feinheiten besaßen oder es an Eingängigkeit mangelte werden von The Archaic Abattoir ebenfalls schlichtweg begeistert sein.
ABORTED haben sich selbst übertroffen und mit Sicherheit eines der wohl besten Death Metal Alben 2005 kreiert!