Die erste
reguläre CD der Finnen AARNI entpuppt
sich schnell als ein Sammelsurium der Extreme. So stellt das
Cover mit Sicherheit das Bunteste dar, was ich in diesem Jahr
in der Hand gehalten habe. Weiterhin finde ich die Gestaltung
der Innenseiten wiederum äußerst geschmackvoll, während
man auf der letzten Seite und auch auf der Homepage nicht mit
Beispielen skurrilen Humors spart.
Leider ziehen sich diverse Absurditäten auch wie ein roter
Faden durch die gesamte Musik von Bathos.
Vom Label als Avantgarde mooD musick, mit einer von Folk über
Doom bis zu Ambient reichenden Stilistik angepriesen, entpuppen
sich die meisten Tracks in meinen Augen leider nur als potentielle
Langweiler, bei denen jemand an sich gute Ideen schlecht umgesetzt
hat. So erinnert mich die zuweilen eingesetzte Querflöte
meistens fatal an Jethro Tull, die Doom-Parts wirken häufig
unglaublich altbacken und klingen alles andere als frisch und
originell, und die Ambient-Einflüsse beschränken sich
zu oft auf Sounds, wie sie verschiedene Prog-Rock-Bands kurz
nach der Erfindung des Moog-Synthezisers produziert haben. Mir
soll keiner erzählen, das er das vermisst hätte, ebenso
wenig wie die viel zu ausufernden Instrumentalpassagen mit den
sich nach LSD-Rausch anhörenden Gitarrensolos. Auch dieser
Blubbergesang wie in Niut Net Merut ist alles andere
als gewagt-experimentell, sondern hört sich einfach nur
fürchterlich an! Auf der anderen Seite finden sich aber
auch einige sehr atmosphärische und ungewöhnliche
Akustik-Passagen, z.B. in V.I.T.R.I.O.L., oder man
macht auf einmal einen auf doomigen Latin Lover (Mental
Fugue), obwohl hier durchaus Carlos Santana als geistiger
Pate herhalten kann.
Insgesamt eine CD, durch die ich mich echt durchkämpfen
musste und die ich nicht entspannend, sondern als extrem anstrengend
empfand. Macht zusammen vier Punkte, wobei es jeweils einen
Bonuszähler für die liebevolle Gestaltung und den
abgedrehten Humor (beim Einsatz der Kuckucksuhr am Anfang von
Kesäyö musste ich ganz schön lachen...)
gibt. Freunde des Obskuren und Andersartigen sollten allerdings
trotzdem mal reinhören.