AARNI – Bathos
 
Label: Firedom
Release: 17.11.2004
Von: Psycho
Punkte: 4/10
Time: 01:05:08
Stil: Doom/Prog-Rock
URL: Aarni
 

Die erste reguläre CD der Finnen AARNI entpuppt sich schnell als ein Sammelsurium der Extreme. So stellt das Cover mit Sicherheit das Bunteste dar, was ich in diesem Jahr in der Hand gehalten habe. Weiterhin finde ich die Gestaltung der Innenseiten wiederum äußerst geschmackvoll, während man auf der letzten Seite und auch auf der Homepage nicht mit Beispielen skurrilen Humors spart.
Leider ziehen sich diverse Absurditäten auch wie ein roter Faden durch die gesamte Musik von Bathos. Vom Label als Avantgarde mooD musick, mit einer von Folk über Doom bis zu Ambient reichenden Stilistik angepriesen, entpuppen sich die meisten Tracks in meinen Augen leider nur als potentielle Langweiler, bei denen jemand an sich gute Ideen schlecht umgesetzt hat. So erinnert mich die zuweilen eingesetzte Querflöte meistens fatal an Jethro Tull, die Doom-Parts wirken häufig unglaublich altbacken und klingen alles andere als frisch und originell, und die Ambient-Einflüsse beschränken sich zu oft auf Sounds, wie sie verschiedene Prog-Rock-Bands kurz nach der Erfindung des Moog-Synthezisers produziert haben. Mir soll keiner erzählen, das er das vermisst hätte, ebenso wenig wie die viel zu ausufernden Instrumentalpassagen mit den sich nach LSD-Rausch anhörenden Gitarrensolos. Auch dieser Blubbergesang wie in Niut Net Merut ist alles andere als gewagt-experimentell, sondern hört sich einfach nur fürchterlich an! Auf der anderen Seite finden sich aber auch einige sehr atmosphärische und ungewöhnliche Akustik-Passagen, z.B. in V.I.T.R.I.O.L., oder man macht auf einmal einen auf doomigen Latin Lover (Mental Fugue), obwohl hier durchaus Carlos Santana als geistiger Pate herhalten kann.
Insgesamt eine CD, durch die ich mich echt durchkämpfen musste und die ich nicht entspannend, sondern als extrem anstrengend empfand. Macht zusammen vier Punkte, wobei es jeweils einen Bonuszähler für die liebevolle Gestaltung und den abgedrehten Humor (beim Einsatz der Kuckucksuhr am Anfang von Kesäyö musste ich ganz schön lachen...) gibt. Freunde des Obskuren und Andersartigen sollten allerdings trotzdem mal reinhören.