ZEROMANCER Eurotrash  
 
Label: East West
Release: 01.10.2001
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 55:17
Stil: Alternative Rock
URL: Zeromancer
 

ZEROMANCER machen es einem nicht einfach, sie mal eben in eine Schublade zu packen. Soll ja eigentlich auch nicht Sinn der Sache sein. Jemand hat mal die Musik von ZEROMANCER als Elektro Rock bezeichnet. Damit liegt man gar nicht mal soooo falsch. An der einen oder anderen Stelle kann man durchaus auf Oomph! verweisen. Auch läßt sich der Song Chrome Bitch entfernt mit Marilyn Manson assoziieren. Aber eigentlich klingen ZEROMANCER wie ZEROMANCER!
Opener Doctor Online entpuppt sich sofort als ziemlicher Smashhit. Ganz im Stile des Vorgänger Albums Clone Your Lover. Im gleichen Sinne geht es auch zunächst weiter. Songs wie der Titeltrack Eurotrash und Need You Like A Drug schlagen in die gleiche Kerbe. Tanzwütige werden also nicht umhin können los zu zappeln. Man könnte die ersten Tracks beinhahe als Pop-Rock bezeichnen. Eine Änderung gibt es dann ab Wannabe. Dieser Song hebt sich zunächst dadurch ab, daß er deutlich ruhiger ist, ohne aber als Ballade durchzugehen. Nachfolgende Songs wie Neo Geisha oder Cuppola haben meiner Meinung nach doch einen recht deutlichen Seigmen Einfluß. Seigmen ist die Band, aus der heraus 4 Mitglieder ZEROMANCER gegründet haben, nachdem man mit Seigmen zwar Kult im Untergrund war aber ansonsten nicht so recht zum Zuge kam. Was wohl auch am damaligen Label lag. Versuchte man noch auf dem Debüt Album, eben diesen Einfluß mit Macht zu unterdrücken, läßt man ihn nun im gewissen Rahmen zu. Wer kann schon seine Vergangenheit verleugnen? Schaden wird es auf keinen Fall! Denn genau dieser Einfluß macht ZEROMANCER nicht zur üblichen Einheitsware. Allerdings hätte man sich Real Life’s Send Me An Angel wirklich sparen können. Coverversionen dieser Art haben immer einen unangenehmen Beigeschmack, auch wenn diese Version nicht wirklich verhunzt ist.
Im Ganzen läßt sich feststellen, das Eurotrash wesentlich ausgereifter als noch das Debüt Album klingt. Man hat sich deutlich mehr Zeit bei den Aufnahmen genommen und diese auch gut genutzt. Zugegebenermaßen gefällt mir der zweite Abschnitt des Album mehr als der vordere Part; das verwundert aber nicht wirklich, bin ich doch ein ausgemachter Seigmen Fan. Ich mag die schrägen Einflüsse. Die Lyrics sind einfach gestrickt, triefen aber vor Zynismus und geben ein nettes Abbild unserer Gesellschaft.