ZEROMANCER
machen es einem nicht einfach, sie mal eben in eine Schublade
zu packen. Soll ja eigentlich auch nicht Sinn der Sache sein.
Jemand hat mal die Musik von ZEROMANCER als Elektro Rock
bezeichnet. Damit liegt man gar nicht mal soooo falsch. An der
einen oder anderen Stelle kann man durchaus auf Oomph! verweisen.
Auch läßt sich der Song Chrome Bitch entfernt mit Marilyn
Manson assoziieren. Aber eigentlich klingen ZEROMANCER
wie ZEROMANCER!
Opener Doctor Online
entpuppt sich sofort als ziemlicher Smashhit. Ganz im Stile
des Vorgänger Albums Clone Your Lover. Im gleichen
Sinne geht es auch zunächst weiter. Songs wie der Titeltrack
Eurotrash und Need You Like A Drug schlagen in
die gleiche Kerbe. Tanzwütige werden also nicht umhin können
los zu zappeln. Man könnte die ersten Tracks beinhahe als Pop-Rock
bezeichnen. Eine Änderung gibt es dann ab Wannabe. Dieser
Song hebt sich zunächst dadurch ab, daß er deutlich ruhiger
ist, ohne aber als Ballade durchzugehen. Nachfolgende Songs
wie Neo Geisha oder Cuppola haben meiner Meinung
nach doch einen recht deutlichen Seigmen Einfluß. Seigmen ist
die Band, aus der heraus 4 Mitglieder ZEROMANCER gegründet
haben, nachdem man mit Seigmen zwar Kult im Untergrund war aber
ansonsten nicht so recht zum Zuge kam. Was wohl auch am damaligen
Label lag. Versuchte man noch auf dem Debüt Album, eben diesen
Einfluß mit Macht zu unterdrücken, läßt man ihn nun im gewissen
Rahmen zu. Wer kann schon seine Vergangenheit verleugnen? Schaden
wird es auf keinen Fall! Denn genau dieser Einfluß macht ZEROMANCER
nicht zur üblichen Einheitsware. Allerdings hätte man sich Real
Lifes Send Me An Angel wirklich sparen können.
Coverversionen dieser Art haben immer einen unangenehmen Beigeschmack,
auch wenn diese Version nicht wirklich verhunzt ist.
Im Ganzen läßt sich feststellen,
das Eurotrash wesentlich ausgereifter als noch
das Debüt Album klingt. Man hat sich deutlich mehr Zeit bei
den Aufnahmen genommen und diese auch gut genutzt. Zugegebenermaßen
gefällt mir der zweite Abschnitt des Album mehr als der vordere
Part; das verwundert aber nicht wirklich, bin ich doch ein ausgemachter
Seigmen Fan. Ich mag die schrägen Einflüsse. Die Lyrics sind
einfach gestrickt, triefen aber vor Zynismus und geben ein nettes
Abbild unserer Gesellschaft.