Dagegen
kann ich mich gar nicht wehren; ZEROGOD drängen
mir schon durch ihren Namen den persönlichen Null-Gott-Status
auf. Oder anders: Damit ich vor den fünf Jungs aus Pirmasens
auf die Knie falle, muss deren Death Metal um Welten verbessert
werden. Zeit genug seit der Bandgründung im Jahr 2000 haben
sie ja bis jetzt gehabt. Der erste offizielle Release in Form
der Split-CD From Affliction To Zerogod galt neben
diversen Auftritten in der lokalen Szene als erstes wichtiges
Lebenszeichen. Ob die zarte Flamme zu einem Waldbrand entfacht
oder ZEROGOD mit ihrem ersten full-length Release Bringers
Of Dementia in den Untiefen der Demenz verschwinden,
wird mal wieder die Szene entscheiden. Und der möchte ich
zwei prägnante Eigenschaften von Bringers Of Dementia
näher bringen: 1. Die Produktion und 2. der Spielwitz.
Die Randnotizen geben leider keinen Produzenten, Studio oder
Ort preis. Vielleicht reiner Eigenschutz, denn jeden einzelnen
Musikanten nebeneinanderher laufen zu lassen ist nicht die feine
Art. Es hat den Anschein, als rattert jede einzelne Tonspur
nebeneinander auf einen zu, anstatt sich zu einem Ganzen zu
bündeln. Hier mal was zu laut, da etwas zu leise –
alles keine Vorteile für das überwiegende Uftata-Drumming
und Gitarrengeschrubbe. Und damit sind wir auch schon beim Spielwitz
– der nur in Ansätzen existiert. Bringers Of
Dementia besteht zum Großteil aus simplen Death-Metal
Standard Riffs, nervigen uninspirierten tiefen Vocals und Drums,
die ab und an die Blechtrommel und ploppende Bierflaschen erinnern.
Wenn es denn interessanter wird, dann lassen sich sofort Parallelen
zu etablierten Bands ausmachen. Teile von Honga II - On And
On Suffering gab es in der Art schon bei Totenmond, die
Ansage zu Wulgaru und das folgende Drumming erinnern
stark an Carcass und so mancher Griff in die Saiten an Cannibal
Corpse wie in Double Fist Nose Driller (der Titel ist
allerdings verdammt cool!). Hört sich vom Grunde her alles
interessant an, wenn ZEROGOD es denn nur nicht so simpel
und überwiegend im Midtempo-Bereich daherspielen würden.
Da reißt auch das deutsche Wortspiel Den frühen
Vogel frisst der Wurm nicht mehr das Ruder rum. Also, gerne
noch mal in die höhere musikalische Schulbank drücken
und beim nächsten Mal ein anständiges Studio suchen.