ZEROGOD – Bringers Of Dementia

 
Label: Source Of Deluge
Release: 13.06.2008
Von: the.wangacopta
Punkte: 4/10
Time: 77:02
Stil: Death Metal
URL: Zerogod
 
Dagegen kann ich mich gar nicht wehren; ZEROGOD drängen mir schon durch ihren Namen den persönlichen Null-Gott-Status auf. Oder anders: Damit ich vor den fünf Jungs aus Pirmasens auf die Knie falle, muss deren Death Metal um Welten verbessert werden. Zeit genug seit der Bandgründung im Jahr 2000 haben sie ja bis jetzt gehabt. Der erste offizielle Release in Form der Split-CD From Affliction To Zerogod galt neben diversen Auftritten in der lokalen Szene als erstes wichtiges Lebenszeichen. Ob die zarte Flamme zu einem Waldbrand entfacht oder ZEROGOD mit ihrem ersten full-length Release Bringers Of Dementia in den Untiefen der Demenz verschwinden, wird mal wieder die Szene entscheiden. Und der möchte ich zwei prägnante Eigenschaften von Bringers Of Dementia näher bringen: 1. Die Produktion und 2. der Spielwitz. Die Randnotizen geben leider keinen Produzenten, Studio oder Ort preis. Vielleicht reiner Eigenschutz, denn jeden einzelnen Musikanten nebeneinanderher laufen zu lassen ist nicht die feine Art. Es hat den Anschein, als rattert jede einzelne Tonspur nebeneinander auf einen zu, anstatt sich zu einem Ganzen zu bündeln. Hier mal was zu laut, da etwas zu leise – alles keine Vorteile für das überwiegende Uftata-Drumming und Gitarrengeschrubbe. Und damit sind wir auch schon beim Spielwitz – der nur in Ansätzen existiert. Bringers Of Dementia besteht zum Großteil aus simplen Death-Metal Standard Riffs, nervigen uninspirierten tiefen Vocals und Drums, die ab und an die Blechtrommel und ploppende Bierflaschen erinnern. Wenn es denn interessanter wird, dann lassen sich sofort Parallelen zu etablierten Bands ausmachen. Teile von Honga II - On And On Suffering gab es in der Art schon bei Totenmond, die Ansage zu Wulgaru und das folgende Drumming erinnern stark an Carcass und so mancher Griff in die Saiten an Cannibal Corpse wie in Double Fist Nose Driller (der Titel ist allerdings verdammt cool!). Hört sich vom Grunde her alles interessant an, wenn ZEROGOD es denn nur nicht so simpel und überwiegend im Midtempo-Bereich daherspielen würden. Da reißt auch das deutsche Wortspiel Den frühen Vogel frisst der Wurm nicht mehr das Ruder rum. Also, gerne noch mal in die höhere musikalische Schulbank drücken und beim nächsten Mal ein anständiges Studio suchen.