ZEROFOUR – The Desert Of Reality

 
Label: Eigenproduktion
Release: 2006
Von: Psycho
Punkte: 6.5/10
Time: 40:41
Stil: Thrash Metal
URL: Zerofour
 
Bei ZEROFOUR handelt es sich um ein Trio aus Österreich, welches mit The Desert Of Reality nun den ersten, noch selbst produzierten Longplayer vorlegt. Musikalisch hat man sich laut Info dem klassischen Thrash Metal verschrieben, was ich nach dem ersten Durchhören so auch direkt unterschreiben würde. Moderne Einflüsse bleiben weitestgehend, wie ebenfalls bereits schriftlich "angedroht", außen vor, so dass sich Freunde eines traditionellen Thrash-Brettes die Band durchaus merken sollten.
Denn trotz des an sich wenig originellen Stils gehen die drei Musiker frisch und motiviert ans Werk, was den Stücken die nötige Dynamik verleiht. Dabei verzichtet man auf übermäßiges Gedresche, sondern bemüht sich eher um druckvolle Riffs und stimmige Arrangements, was größtenteils ganz gut funktioniert. Meistens kommen dem Hörer nicht direkt Vergleiche mit diversen Genre-Größen in den Sinn, was schon für ein gutes Maß an Eigenständigkeit spricht, auch wenn der alte Bay Area-Einfluss manchmal dann doch nicht zu überhören ist. Lediglich das schnelle Hauptriff von Lies erinnert fatal an Payback von Slayer, aber zum Glück zeigen ZEROFOUR bei den anderen Stücken keine der sonst üblichen Tendenzen diverser Rip Off-Bands der Kalifornierer. Nehmt es also als Beweis dafür, dass ZEROFOUR schmissige Riffs schreiben können und der Vorrat an neuen, unverbrauchten Ideen bei 12 Noten halt zwangsweise begrenzt ist.
Ansonsten gibt es auch einige andere Beispiele für gelungene Songs, wie z.B. mit den schnelleren I.H.Y.F.B. und Suicide Soldiers oder dem teilweise etwas schleppenderen Ground Zero. Auf Dauer lässt sich dann aber doch nicht verhehlen, dass es an einigen Überraschungsmomenten fehlt, die die Sache einfach noch spannender gemacht hätten. Beim Opener Religious Hypocrisy finde ich z.B. den Leadteil zu langatmig, und der ältere Bonus Track Only Time ist stilistisch auch nicht mehr so recht passend. Ihr bekommt aber in jedem Fall grundsolide, leider etwas zu schwammig produzierte, aber trotzdem schwungvolle Kost, für die 6,5 Punkte allemal gerechtfertigt sind.