ZERAPHINE – Die Macht in Dir
 
Label: Drakkar
Release: 18.10.2004
Von: Psycho
Punkte: 6.5/10
Time: 11:37
Stil: Gothic/ Wave
URL: Zeraphine
 

Als Appetizer auf das kommende, noch unbetitelte Album veröffentlichen ZERAPHINE in diesen Tagen die Maxi Die Macht In Dir; natürlich, wie inzwischen üblich, in verschiedenen Versionen, wenn auch die unterschiedlichen Varianten nicht parallel erscheinen sollen und diesmal die „fettere“ Version zuerst auf den Markt kommt.
Aber ehrlich gesagt: das Titelstück ist nicht gerade dazu angehalten, mich besonders neugierig auf das vermutlich im Januar erscheinende dritte Album zu machen. Musikalisch ist das ganze nämlich sehr durchschnittlich (und sehr poppig) geraten, vor allem die penetrante Keyboard-Melodie im Refrain erweist sich als nervig, während der Rest des Stückes so vor sich hin klimpert bzw. klampft. Der Mittelteil sollte dann wohl noch etwas Pep einbringen, besteht aber leider auch nur aus schon tausend Mal gehörten Passagen.
Wesentlich besser gefällt mir da mit Kaltes Herz der zweite Ausblick auf das nächste Album, wobei ich leider nicht sagen kann, inwieweit sich diese Version von der tatsächlichen unterscheiden wird. Auf jeden Fall sind hier die Melodien und Sounds stimmiger, zupackender und dichter, so dass sich einfach mehr Atmosphäre aufbaut. Das liegt sicherlich auch am deutlich besseren Gesang von Sven Friedrich, denn nach meinem Eindruck liegt ihm die locker-flockige Ausstrahlung von Die Macht In Dir stimmlich überhaupt nicht.
Zum Abschluss gibt es dann noch mal das Titelstück als Club Remix. Bedeutet in diesem Fall, dass hier dem Future Pop gefröhnt wird... Ok, diese Version ist so natürlich schmissiger als der Originalmix, aber überzeugen kann mich das immer noch nicht, zumal die Melodien (zwangsläufig) die gleichen sind. Immerhin erinnert mich der Mittelteil diesmal an die Get The Balance Right-Maxi von Depeche Mode, was ich aber kaum als positives Merkmal für die Bewertung heranziehen kann.
Insgesamt habe ich jedenfalls immer noch den Eindruck, als ob ZERAPHINE auch weiterhin stark unter ihren eigenen Möglichkeiten bleiben (werden), daran aber anscheinend nichts ändern wollen. Ob das jetzt nur eine Geschmacksfrage oder schlicht und ergreifend eine Anpassung an die Marktverhältnisse ist lasse ich einfach mal dahingestellt. Bei mir reicht es so aber nur für 6,5 Punkte.