Als Appetizer
auf das kommende, noch unbetitelte Album veröffentlichen
ZERAPHINE in diesen Tagen die Maxi Die
Macht In Dir; natürlich, wie inzwischen üblich,
in verschiedenen Versionen, wenn auch die unterschiedlichen
Varianten nicht parallel erscheinen sollen und diesmal die „fettere“
Version zuerst auf den Markt kommt.
Aber ehrlich gesagt: das Titelstück ist nicht gerade dazu
angehalten, mich besonders neugierig auf das vermutlich im Januar
erscheinende dritte Album zu machen. Musikalisch ist das ganze
nämlich sehr durchschnittlich (und sehr poppig) geraten,
vor allem die penetrante Keyboard-Melodie im Refrain erweist
sich als nervig, während der Rest des Stückes so vor
sich hin klimpert bzw. klampft. Der Mittelteil sollte dann wohl
noch etwas Pep einbringen, besteht aber leider auch nur aus
schon tausend Mal gehörten Passagen.
Wesentlich besser gefällt mir da mit Kaltes Herz
der zweite Ausblick auf das nächste Album, wobei ich leider
nicht sagen kann, inwieweit sich diese Version von der tatsächlichen
unterscheiden wird. Auf jeden Fall sind hier die Melodien und
Sounds stimmiger, zupackender und dichter, so dass sich einfach
mehr Atmosphäre aufbaut. Das liegt sicherlich auch am deutlich
besseren Gesang von Sven Friedrich, denn nach meinem Eindruck
liegt ihm die locker-flockige Ausstrahlung von Die Macht
In Dir stimmlich überhaupt nicht.
Zum Abschluss gibt es dann noch mal das Titelstück als
Club Remix. Bedeutet in diesem Fall, dass hier dem Future Pop
gefröhnt wird... Ok, diese Version ist so natürlich
schmissiger als der Originalmix, aber überzeugen kann mich
das immer noch nicht, zumal die Melodien (zwangsläufig)
die gleichen sind. Immerhin erinnert mich der Mittelteil diesmal
an die Get The Balance Right-Maxi von Depeche Mode, was ich
aber kaum als positives Merkmal für die Bewertung heranziehen
kann.
Insgesamt habe ich jedenfalls immer noch den Eindruck, als ob
ZERAPHINE auch weiterhin stark unter ihren
eigenen Möglichkeiten bleiben (werden), daran aber anscheinend
nichts ändern wollen. Ob das jetzt nur eine Geschmacksfrage
oder schlicht und ergreifend eine Anpassung an die Marktverhältnisse
ist lasse ich einfach mal dahingestellt. Bei mir reicht es so
aber nur für 6,5 Punkte.