Das
nur in Japan erschienene The Waste Of MFZB mitgezählt,
ist Phoenix bereits das siebte Album der Band
aus Orange County. Wer jetzt den üblichen Kindergartenpunk
vom Schlag Blink 182 oder Sum 41 erwartet, sieht sich nach den
ersten Stücken angenehm überrascht. Das ungewohnt
ruppige und sperrige HMP schlägt eine brutale Schneise
zwischen Rage Against The Machine und Motörhead, das folgende
Hell Yeah brettert mit Wucht weiter und hat sogar ein
kurzes Gitarrensolo zu bieten. Hier, wie in Just The Tip,
das ebenfalls allzu verzehrender Süßlichkeit aus
dem Weg geht, gibt es zwar bereits Rapeinlagen zu hören,
aber sie passen sich bestens ins Umfeld ein. Mental Health
schlägt in eine ähnliche Kerbe, hat aber, bis auf
einen kurzen Besuch in der Twang-Dynasty des gemäßigten
Surf-Punks nichts zu bieten, was die ersten drei Songs nicht
besser gemacht hätten. Danach geht’s dann mit Altbewährtem
weiter. The Juggernauts ist zwar nicht übel, mit
seinen rotzigen Hip Hop-Vocals und seinem Mitsing-Refrain, der
erstmals in Richtung weichgespülten Neo-Punks verweist.
Glücklicherweise kriegt die Band hier noch die Kurve, bevor
es zu zuckrig wird. Aber auch Phoenix leidet später
unter ein paar dieser schnellen, harmlosen Schrammelliedchen,
die nett klingen, aber nicht mal mehr für Aufruhr in der
Vorschule sorgen. Das manche Songidee allzu bekannt klingt,
und dieses, vor allem im zweiten Teil, betriebene Wechselspiel
zwischen Härte, Hip Hop und freundlichem Singalong nicht
sonderlich aufregend ist, schmälert das Vergnügen
ein wenig. Für eine rauschende Tanzparty am Strand ist
das Album trotzdem geeignet. Zudem sind ein paar Songs mit Widerhaken,
ausgefallenen Ideen und Umsetzungen mit an Bord, die Phoenix
aus dem Gros ähnlicher Veröffentlichungen heraus heben.