ZEBRAHEAD – Phoenix

 
Label: Steamhammer/SPV
Release: 01.08.2008
Von: Joking
Punkte: 6.5/10
Time: 55:12
Stil: Crossover Pop-Punk
URL: Zebrahead
 
Das nur in Japan erschienene The Waste Of MFZB mitgezählt, ist Phoenix bereits das siebte Album der Band aus Orange County. Wer jetzt den üblichen Kindergartenpunk vom Schlag Blink 182 oder Sum 41 erwartet, sieht sich nach den ersten Stücken angenehm überrascht. Das ungewohnt ruppige und sperrige HMP schlägt eine brutale Schneise zwischen Rage Against The Machine und Motörhead, das folgende Hell Yeah brettert mit Wucht weiter und hat sogar ein kurzes Gitarrensolo zu bieten. Hier, wie in Just The Tip, das ebenfalls allzu verzehrender Süßlichkeit aus dem Weg geht, gibt es zwar bereits Rapeinlagen zu hören, aber sie passen sich bestens ins Umfeld ein. Mental Health schlägt in eine ähnliche Kerbe, hat aber, bis auf einen kurzen Besuch in der Twang-Dynasty des gemäßigten Surf-Punks nichts zu bieten, was die ersten drei Songs nicht besser gemacht hätten. Danach geht’s dann mit Altbewährtem weiter. The Juggernauts ist zwar nicht übel, mit seinen rotzigen Hip Hop-Vocals und seinem Mitsing-Refrain, der erstmals in Richtung weichgespülten Neo-Punks verweist. Glücklicherweise kriegt die Band hier noch die Kurve, bevor es zu zuckrig wird. Aber auch Phoenix leidet später unter ein paar dieser schnellen, harmlosen Schrammelliedchen, die nett klingen, aber nicht mal mehr für Aufruhr in der Vorschule sorgen. Das manche Songidee allzu bekannt klingt, und dieses, vor allem im zweiten Teil, betriebene Wechselspiel zwischen Härte, Hip Hop und freundlichem Singalong nicht sonderlich aufregend ist, schmälert das Vergnügen ein wenig. Für eine rauschende Tanzparty am Strand ist das Album trotzdem geeignet. Zudem sind ein paar Songs mit Widerhaken, ausgefallenen Ideen und Umsetzungen mit an Bord, die Phoenix aus dem Gros ähnlicher Veröffentlichungen heraus heben.