ZANDELLE - Twilight Of Humanity

Label: Limp / SPV

Release: 16.09.2002

Von: Hoschi

Punkte: 7,5

Mit dem Album Twilight Of Humanity von ZANDELLE ist mir neben der neuen The Storyteller (Crossroads) mal wieder ein Power Metal Album in die Finger geraten, welches mir richtig Spaß macht, anstatt schon nach der ersten Hälfte langweilig zu werden.
Dabei hat man nämlich erstmal handwerklich alles richtig gemacht und andererseits eine gesunde Mischung aus schnellen (Warlords Of Steel) und etwas erhabeneren - speedigen Songs (A Hero's Quest) und Balladen gefunden (Eternal Love - cooles Akustikintro). Stilistisch kommt es mir persönlich wie eine Mischung aus bodenständigem US - Power Metal, welcher mit den eingängigen Momenten der Helloween / Hammerfall Küche gewürzt wurde, vor.

Am allerwichtigsten dabei ist allerdings, dass alle Songs eine auffällige Lockerheit und Frische ausstrahlen, die richtiggehend ansteckend ist. Daraus bezieht die Twilight Of Humanity dann auch seine Stärke, richtig originell ist das Ganze nämlich nicht. Man hat einfach aus den vorhandenen Bausteinen, die da sind: Double Bass Drumming, Mitsingtexte, viele Melodien und griffige Gitarren, das Beste herausgeholt und die Songs frei von der Leber weg unverfälscht und spielfroh klingen lassen.
Probleme wird ZANDELLE wohl bei Leuten bekommen, welche mit hohen Sängern Probleme haben, denn der Sänger hier kommt teilweise richtig hoch und sollte es eher im "normalen" Tonfall versuchen, da klingt er nämlich z.B. bei Lord Of Thunder richtig gut.

Bleibt noch das richtig gute Cover zu erwähnen, welches einerseits sofort auf den richtigen Stil folgern lässt, aber nicht volle Kanne die Klischeeschiene fährt. Ein guter Mittelweg also.
Power Metal Fans können sich ZANDELLE eh blind in den Schrank stellen, andere sollten Twilight Of Humanity wohl erst testen, aber wie gesagt, durch seine Unverbrauchtheit hebt es sich erfreulich von der großen Masse ab.

Zandelle