YORBLIND – Melancholy Souls

 
Label: Thundering Records
Release: 28.04.2006
Von: Psycho
Punkte: 6.5/10
Time: 46:16
Stil: Melodic Death Metal
URL: Yorblind
 
In einem derzeit sehr angesagten, allerdings auch sehr ausgelutschten Genre bewegen sich die mir bis dato völlig unbekannten YORBLIND, nämlich im Bereich des Melodic Death Metal. Große Überraschungen hatte ich also bereits beim ersten Überfliegen der wenigen Info-Zeilen nicht erwartet; und im Prinzip bekommt man dann auch wenig Neues geboten.
Immerhin orientieren sich die fünf Franzosen nicht ganz stringent an In Flames oder Soilwork (wie die meisten anderen Bands dieser Stilrichtung), sondern hier stand wohl eher das Projector Album von Dark Tranquillity Pate. Das sorgt aus meiner Sicht für etwas mehr atmosphärischen Tiefgang, als man es sonst geboten kommt, allerdings erscheinen mir in dieser Hinsicht einige Songs wie z.B. Place Of Death oder Fucking Sickness nicht ganz konsequent durchkomponiert bzw. –arrangiert zu sein. Dem stehen jedoch auch gelungene Songs wie z.B. Regret, New Life oder der Opener Hybrid gegenüber. Dabei sollte man aber nicht verhehlen, dass diese Tracks ihre durchaus zündende Wirkung erst nach mehrfachen Hören entfalten, was für diesen Stil recht ungewöhnlich ist; sonst geht es entweder direkt ins Ohr, oder eben nicht.
Weiterhin fällt auf, dass YORBLIND an einigen Stellen, wie z.B. bei Devil’s Garden oder Tortured Souls einige echt ungewöhnliche Keyboard-Sounds verwenden. Bei Forget gibt es zudem noch etwas Frauengesang zu hören, mangels Infos kann ich aber leider nicht sagen, um wen es sich bei dieser Gastsängerin handelt.
Gegen Ende geht der Band dann doch etwas die Puste aus, da reichen die vorhandenen Ideen noch nicht für ein ganzes Album in gleich bleibender Qualität. Insgesamt würde ich aber doch den auf Dauer zu eindimensional klingenden Sänger und die sich manchmal zu sehr ähnelnden Harmony Leads als die größten Schwachpunkte ansehen, während YORBLIND ansonsten technisch absolut nichts anbrennen lassen und sich im Soundside Studio von Terje Refnes einen amtlichen Sound haben verpassen lassen. Der kann aber nicht überdecken, dass es eben doch noch einige Probleme mit dem eigenen Stil bzw. der eigenen Identität gibt. 6,5 Punkte hat sich die Band aber trotzdem redlich verdient.