In
einem derzeit sehr angesagten, allerdings auch sehr ausgelutschten
Genre bewegen sich die mir bis dato völlig unbekannten
YORBLIND, nämlich im Bereich des Melodic
Death Metal. Große Überraschungen hatte ich also
bereits beim ersten Überfliegen der wenigen Info-Zeilen
nicht erwartet; und im Prinzip bekommt man dann auch wenig Neues
geboten.
Immerhin orientieren sich die fünf Franzosen nicht ganz
stringent an In Flames oder Soilwork (wie die meisten anderen
Bands dieser Stilrichtung), sondern hier stand wohl eher das
Projector Album von Dark Tranquillity Pate. Das sorgt aus meiner
Sicht für etwas mehr atmosphärischen Tiefgang, als
man es sonst geboten kommt, allerdings erscheinen mir in dieser
Hinsicht einige Songs wie z.B. Place Of Death oder
Fucking Sickness nicht ganz konsequent durchkomponiert
bzw. –arrangiert zu sein. Dem stehen jedoch auch gelungene
Songs wie z.B. Regret, New Life oder der Opener
Hybrid gegenüber. Dabei sollte man aber nicht
verhehlen, dass diese Tracks ihre durchaus zündende Wirkung
erst nach mehrfachen Hören entfalten, was für diesen
Stil recht ungewöhnlich ist; sonst geht es entweder direkt
ins Ohr, oder eben nicht.
Weiterhin fällt auf, dass YORBLIND an
einigen Stellen, wie z.B. bei Devil’s Garden
oder Tortured Souls einige echt ungewöhnliche
Keyboard-Sounds verwenden. Bei Forget gibt es zudem
noch etwas Frauengesang zu hören, mangels Infos kann ich
aber leider nicht sagen, um wen es sich bei dieser Gastsängerin
handelt.
Gegen Ende geht der Band dann doch etwas die Puste aus, da reichen
die vorhandenen Ideen noch nicht für ein ganzes Album in
gleich bleibender Qualität. Insgesamt würde ich aber
doch den auf Dauer zu eindimensional klingenden Sänger
und die sich manchmal zu sehr ähnelnden Harmony Leads als
die größten Schwachpunkte ansehen, während YORBLIND
ansonsten technisch absolut nichts anbrennen lassen und sich
im Soundside Studio von Terje Refnes einen amtlichen Sound haben
verpassen lassen. Der kann aber nicht überdecken, dass
es eben doch noch einige Probleme mit dem eigenen Stil bzw.
der eigenen Identität gibt. 6,5 Punkte hat sich die Band
aber trotzdem redlich verdient.