Szenekenner
werden sich vielleicht wundern ... ein neues WITHIN
TEMPTATION Album? Nein, ist es nicht! Mother
Earth ist der Re-Release des in 2001 erschienenen
Albums der Holländer. Jenes wurde damals nur in den Benelux
Ländern veröffentlicht, konnte aber unverhofft Unmengen
an positiven Credits einheimsen, so dass WITHIN TEMPTATION
nicht nur die Charts enterten, Gold, sowie Platin bekamen; in
kürzester Zeit konnten sie auch auf den großen Festival
Bühnen spielen. Nun hat sich G.U.N. Records des Sextetts
um Sängerin Sharon angenommen, um die Band europaweit ins
rechte Licht zu rücken.
Mother Earth wurde mit 4 Bonustracks aufgepeppt
und kommt im edlen Digipack. Das ursprüngliche Cover wurde
von Orange-gelb auf einen dezenten grünen Background umgestaltet.
Musikalisch gibt es epischen, orchestralen Metal. Symphonische
Elemente verbinden sich mit wuchtigen Gitarren mit einer absolut
glasklaren Produktion im Rücken. Diverse Flötenklänge
verleihen der Musik einen Hauch von Mittelalter Atmosphäre,
ohne das Album aber konkret in diese Richtung zu lenken. Der
Gesang und die Stimme von Sharon den Adel ist sicherlich Geschmacksache.
Ich mag sie nicht. Sie bewegt sich weitestgehend in recht hohen
Gefilden. Ist dabei allerdings klar. Dennoch fehlt es mir persönlich
an Kraft und Ausdrucksstärke in der Stimme. Insgesamt gesehen
macht sie aber ihre Sache gut, wechselt häufig in den Tonlagen
und ab und zu wird der Gesang überlagert, so dass er die
Ausmaße eines Chors annimmt. Beim Opener und Titeltrack
Mother Earth gibt es Unterstützung durch einen
männlichen Chor, welcher die epische Atmosphäre noch
unterstützt. Davon könnte es ruhig mehr geben, so
lange man nicht in die Elfenstimme-Grunzegesang Klischees abgleitet
(wie z.B. ansatzweise bei den Live Versionen). Das weitestgehend
von einem Piano begleitete und sehr ruhige Our Farewell
bildet eine Ausnahme. Im übrigen ist das Orchester echt,
zumindest von der Aufnahme her.
Bei den Bonustracks handelt es sich mit Deep Within
(Enter) und The Dance (The
Dance EP) um Live Versionen aus dem letzten Jahr.
Restless ist der Opener vom Erstlingswerk Enter
(1997) der auch als Single veröffentlicht wurde. Bittersweet
ist eine bis dato unveröffentlichte B-Seite.
Fazit:
Musikalisch gesehen ein fantastisches Album voller emotionaler
Stärke. Nun ja, nur der weibliche Gesang geht mir auf die
Dauer echt auf die Nerven.
Passend zur Veröffentlichung von Mother Earth
2002 werden WITHIN TEMPTATION
den deutschen Abschnitt der Paradise Lost Tour als Support bestreiten.