Nun
denn, dass die stets grimmig dreinblickenden Gothmetaller rund
um "Burgfräulein-Goldkehlchen" Sharon den Adel
nach den guten Kritiken zum aktuellen Album The Silent
Force und dem bombastischen Erfolg der Hitsingle
Stand My Ground nicht lange auf sich warten lassen würden,
war zu erwarten. Und siehe da: Schon haben wir mit Memories
eine neue Singleauskopplung am Start, welche bereits einen potenziellen
"Dauerrotationskanidaten" auf den hiesigen Musiksendern
darstellt. Die Single erscheint sogar als eine limited Edition
und neben zwei Versionen des Songs Memories wurden noch
vier weitere, bisher unveröffentlichte Bonustracks draufgepackt,
was das gute Stück schon zu einer smarten EP aufsteigen lässt.
Der zugehörige Videoclip präsentiert sich in gewohnter
"WITHIN TEMPTATION - Manier", mit träumerischen
Fantasy - Einflüssen und einer märchenhaft aufgemachten
Sharon, welche als alte Frau in ihr Jugendhaus zurückzukehren
scheint und - zwischen wehendem Herbstlaub - singend ihren Erinnerungen
frönt. Goth-Metal boomt ja nicht erst seit gestern; jedoch
begegne ich persönlich derartigen Formationen stets mit gemischten
Gefühlen. Zugeben muss ich aber, dass mir der Sound von WITHIN
TEMPTATION, verglichen mit den musikalischen Ergüssen
der Nightwish-Kollegen, eindeutig eingängiger erscheint -
was nicht zuletzt an Sharon den Adel’s glasklarer Engelsstimme
liegt. The Silent Force erinnert stilistisch
stellenweise stark an Evanesence - eine Entwicklung, die ich aber
keinesfalls als Defizit betrachten würde, da die Platte dadurch
irgendwie "weniger anstrengend" wirkt als ihr Vorgänger.
Mit Memories hat man sich einen eher verhaltenen Song
ausgesucht, bei welchem man zunächst einmal vorsichtig ein
Ohr riskiert und sich prompt einer Mischung zwischen Abneigung
(aufgrund der doch immer noch mitschwingenden, sehr "schwülstigen"
Theatralik) und widerwilliger Faszination konfrontiert sieht.
Letzteres resultiert wohl aus der Tatsache, dass sowohl Melodie
als auch die toll eingesetzte Stimme einfach mitreißen und
unweigerlich zum Träumen verleiten. Monumentale Klanggefilde
und viel Bombast entführen die Gedanken galant in eine andere
Welt, während Sharon’s elfenhaft-weiche Stimme mit
einem "mitzuschweben" scheint und sich wie eine warme
Decke über der suchenden Seele ausbreitet. Memories ist definitiv
ein toller Schmusesong für die kalte "Vorfrühlingszeit"! |