WITHIN TEMPTATION – Memories (Single)

 
Label: G.U.N. Records
Release: 31.01.2005
Von: Shirin
Punkte: -/-
Time: 6:77
Stil: Gothic Metal
URL: Within Temptation
 
Nun denn, dass die stets grimmig dreinblickenden Gothmetaller rund um "Burgfräulein-Goldkehlchen" Sharon den Adel nach den guten Kritiken zum aktuellen Album The Silent Force und dem bombastischen Erfolg der Hitsingle Stand My Ground nicht lange auf sich warten lassen würden, war zu erwarten. Und siehe da: Schon haben wir mit Memories eine neue Singleauskopplung am Start, welche bereits einen potenziellen "Dauerrotationskanidaten" auf den hiesigen Musiksendern darstellt. Die Single erscheint sogar als eine limited Edition und neben zwei Versionen des Songs Memories wurden noch vier weitere, bisher unveröffentlichte Bonustracks draufgepackt, was das gute Stück schon zu einer smarten EP aufsteigen lässt. Der zugehörige Videoclip präsentiert sich in gewohnter "WITHIN TEMPTATION - Manier", mit träumerischen Fantasy - Einflüssen und einer märchenhaft aufgemachten Sharon, welche als alte Frau in ihr Jugendhaus zurückzukehren scheint und - zwischen wehendem Herbstlaub - singend ihren Erinnerungen frönt. Goth-Metal boomt ja nicht erst seit gestern; jedoch begegne ich persönlich derartigen Formationen stets mit gemischten Gefühlen. Zugeben muss ich aber, dass mir der Sound von WITHIN TEMPTATION, verglichen mit den musikalischen Ergüssen der Nightwish-Kollegen, eindeutig eingängiger erscheint - was nicht zuletzt an Sharon den Adel’s glasklarer Engelsstimme liegt. The Silent Force erinnert stilistisch stellenweise stark an Evanesence - eine Entwicklung, die ich aber keinesfalls als Defizit betrachten würde, da die Platte dadurch irgendwie "weniger anstrengend" wirkt als ihr Vorgänger. Mit Memories hat man sich einen eher verhaltenen Song ausgesucht, bei welchem man zunächst einmal vorsichtig ein Ohr riskiert und sich prompt einer Mischung zwischen Abneigung (aufgrund der doch immer noch mitschwingenden, sehr "schwülstigen" Theatralik) und widerwilliger Faszination konfrontiert sieht. Letzteres resultiert wohl aus der Tatsache, dass sowohl Melodie als auch die toll eingesetzte Stimme einfach mitreißen und unweigerlich zum Träumen verleiten. Monumentale Klanggefilde und viel Bombast entführen die Gedanken galant in eine andere Welt, während Sharon’s elfenhaft-weiche Stimme mit einem "mitzuschweben" scheint und sich wie eine warme Decke über der suchenden Seele ausbreitet. Memories ist definitiv ein toller Schmusesong für die kalte "Vorfrühlingszeit"!