WRATH – Viking

 
Label: Einheitproduktionen
Release: 05.09.2005
Von: Dajana
Punkte: 6,5/10
Time: 52:58
Stil: Black Metal
URL: Wrath
 

Viking ist mindestens ein genauso seltsames Album, wie die Historie rund um Mastermind Nazgul. Das Ein-Mann-Projekt wurde 1998 in Südafrika gegründet, schien seinen Weg über England genommen zu haben und endet nach 2 EP’s mit dem Debütalbum in Deutschland, offenbar dem Heimatland des Erfinders. Die Rückkehr diente scheinbar dem einzigen Zweck, der Geschichte und Inspirationsquellen heidnischer Legenden und den Mythen der Wikinger so nahe wie möglich zu sein.
Viking beginnt nach einem mystisch angehauchten Wikinger-typischen Trommel-Intro als pures Black Metal Album, das seine Wurzeln – natürlich – im old school BM der Skandinavier hat. Die Songs sind rau, ursprünglich und authentisch, geprägt von sägenden Riffs und klirrende Kälte versprühenden Soundsamples. Der Sound ist – wie üblich – etwas hintergründig aber keineswegs schlecht. Neben typischen BM-Gekreische gibt es auch mal cleane Sprechgesänge, die das Ganze ein wenig auflockern. Während Spirits Of Darkness ausschließlich von düsteren Atem- und Stöhngeräuschen lebt, begleitet von einem Gewitter und plätscherndem Regen im Hintergrund, ist Grey Skies komplett akustisch und lässt mich an Agalloch denken. Mit dem Zwischenstück Visions Of Time jedoch taucht man tief in die Vergangenheit von WRATH ein, die seinerzeit aus puren, atmosphärischen Keyboard Kompositionen bestand. Es folgen wunderschöne verträumte Melodien, akustische Passagen und Natur Klänge, die ich eher als Ambient bezeichnen würde und mich an Polarlichter in tief verschneiten Winternächten denken lassen (Moonlight Forest Path), an die eisigen Gestade norwegischer Fjorde mit dem sehnsuchtsvollen Blick über’s Meer (Dreams Of A Return) oder an den Frühling auf Island (Germanic Tribes). Musikalisch gesehen ist dies natürlich eine Wendung, wie sie dramatischer kaum sein könnte. Bei diesen synthetischen Kompositionen handelt es sich aber keineswegs um altes EP Material (als Bonus z.B.), wie ich zunächst vermutet hatte.
Texte zum aktuellen Album gibt es weder auf der Webseite noch in lesbarer oder detaillierter Form im Booklet. Aber was ich an älteren Sachen gelesen habe, geht es weitestgehend gegen Christen und eben um heidnische Legenden.
Viking ist zwar auf der einen Seite durchaus interessant mit seinen verschiedenen Ansätzen und Ideen, wirkt aber auch gerade deswegen zerfahren und orientierungslos, da selbige nur schlecht miteinander harmonieren. Schwer zu sagen, ob die reinen Black Metal Songs überhaupt mit den Keyboard Kompositionen vereinbar sind, wäre aber zumindest eine enorme Herausforderung, an der man wachsen könnte ;)
Meine Empfehlung: Unbedingt vorher reinhören!