WINTERHORDE – Underwatermoon

 
Label: Twilight
Release: 30.07.2010
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 67:37
Stil: Avantgarde Metal
URL: Winterhorde
 
Seit dem Vorgängeralbum namens Nebula hat sich einiges getan bei WINTERHORDE. Ich war jedenfalls recht verwundert ob der musikalischen Ausrichtung des neuen Werkes Underwatermoon.

Der Wandel vollzieht sich auf vielerlei Ebenen. Dem einstigen rasenden Black Metal geben die Israelis nun einem epischen Konzept den Vorzug, das von der wuchtigen und pathetischen Herangehensweise jetzt eher an Blind Guardian denn einst Catamenia erinnert.
Auch bezüglich der Vokalarrangements hat sich einiges verändert, da dem aggressiven Timbre nur mehr ein kleinerer Teil des Vortrags gewidmet wird. Der Abwechslung zuträglich, setzt die Band ebenso auf Klargesang und mehrstimmige, teils opernhafte Passagen.
WINTERHORDE komponieren mit Anspruch und scheuen sich nicht davor, auch das eine oder andere abgedrehte Element in ihren Songs zu verwenden. Es blitzt mal ein schräges Gitarrensolo auf, dann bringt uns die Horde eine verdrehte Keyboardspielerei zu Gehör.
Als äußerst positiv erwähnenswert empfinde ich die wunderbar gelungenen Akustikgitarreneinlagen, auch ausladenden Instrumentalteile versprühen charmant ein locker-flockiges Flair, um ihrerseits von der nächsten komplexen Passage abgelöst zu werden.
Eine Menge Zeit ist also nötig, um die ausladenden Arrangements zu durchblicken, denn Eingängigkeit steht sicher nicht als oberste Priorität auf WINTERHORDEs Liste.
Es bleiben demnach auch nicht sofort augenscheinliche Hits hängen, sondern das Album fährt vielmehr eine atmosphärisch dichte Stimmung auf und integriert zudem progressive Elemente. Die Gefühle schwanken beträchtlich zwischen beklemmend, feierlich und dann wieder trauriger Melancholie.
Die Musik ist Ausdrucksmittel für die verschiedensten Wirkungsweisen des besungenen „Wasser-Konzepts“ und spiegelt die Ambivalenz des Meeres wider: Erhabenheit, Faszination und Schönheit auf der einen wie Zerstörung und Tod auf der anderen Seite. Ein gewisses Maß an Komplexität macht diese Veröffentlichung interessant und hörenswert – und mit der Zeit weisen einige Refrains Ohrwurmpotential auf. Einige orientalische Einflechtungen geben den Stücken zusätzlich Würze.
Die Geschwindigkeit ist einem ständigen Wandel unterworfen, da stets Taktwechsel auf dem Programm stehen.

WINTERHORDE machen es dem Hörer keinesfalls einfach, in die musikalischen und lyrischen Tiefen ihrer Kunst einzutauchen. Es offenbart sich allerdings nach einer gewissen Anlaufzeit ein Meer an liebevollen Details, die es zu entdecken gilt.