Nach
nur knapp einem Jahr gibt es von WINDS das erste Full
Length Album zur vielversprechenden Debüt EP Of Entity
And Mind. Wer sich Reflections Of The I in
den Staaten bei The End Records ordert, bekommt jene EP als
Bonus mit dazu (und das für nur 11$!!!).
Auf ihrem
neuem Album setzen WINDS konsequent den auf der EP eingeschlagenen
Weg fort. Was bedeutet, das man die grundsätzliche Struktur
ausgefeilt und verfeinert und die Unzulänglichkeiten der EP
ausgebügelt hat. Statt der dominierenden Piano Parts auf der
EP setzt man nun auf ein String Ensemble des Osloer philharmonischen
Orchesters, welches die Musik um unendlich viele Facetten und
Stimmungen bereichert. Dieses Ensemble ist der eigentliche Hauptakteur
des Album und verleiht Reflections Of The I diese
einzigartige Faszination.
Damit fallen die konträren Pianoklänge weg, die dem Ganzen einen
leicht avantgardistischen Touch verliehen hatten.
So klingt
Reflections Of The I wesentlich harmonischer
und in sich geschlossener. Auch wenn man es zumindest beim Opener
Clarity nicht lassen kann, mit den Strings ein paar disharmonische
Töne als musikalischen Kontrast zu setzen. Hier kommt auch noch
das Piano zum Zuge, welches dann aber eher in den Hintergrund
rückt. Clarity dient hier als Brücke zur EP und bewahrt
damit den musikalischen Kontext.
Als Ergebnis dieser Bemühungen haben wir wieder ein eindrucksvolles
Meisterwerk an romantisch melancholischen Melodien mit jeder
Menge klassischer Elemente und wuchtigen Gitarren. Einmal mehr
stellen die Musiker ihr Ausnahmekönnen unter Beweis. Welche
Gefühle und Assoziationen Reflections Of The I wach
zurufen vermag, muss jeder für sich selbst rausfinden. Denn
dieses Album klingt jedes Mal irgendwie anders.
Die Stimme von Sänger und norwegischem Grammy Gewinner Lars
Eric Si (Khold) klingt diesmal viel weicher, manchmal richtiggehend
schwächlich und nimmt deshalb der gesamten Produktion etwas
an Power. Auch die Gitarren und Drums kamen mir auf der EP druckvoller
vor, als auf dem vorliegendem Album. Da man hier Neoklassik
gekonnt mit Metal variiert, darf man ruhig noch ein bisschen
was an Power bei der Metal Front drauflegen ;-)
Am Line-up hat sich nichts geändert, Drajevolitch ist noch immer
für die spoken words zuständig, nur Multitalent Lars Eric Si
hat zusätzlich den Bass übernommen. Produziert hat wieder WINDS'
Mastermind Andy Winter.
Abschließend bleibt anzumerken, das ein Arcturus Fan wohl noch
immer die musikalische Verwandtschaft zwischen WINDS
und den ruhigen, mehr oder weniger akustischen Parts auf den
Arcturus Alben (z.B. der Aspera) heraushören wird (der Einfluss
von Hellhammer und Tideman lässt sich eben nicht leugnen ...)
Ein faszinierend
schönes Album.