WHITE SKULL – The XIII Skull
 
Label: Frontiers Records
Release: 03.05.2004
Von: Alex
Punkte: 8
Time: 59:27
Stil: Power Metal
URL: White Skull
 

Diesmal gehen es die italienischen Heavy Metal Veteranen von WHITE SKULL auf ihrem sechsten Studioalbum The XIII Skull ein bisschen anders an und mischen dabei einen irgendwie raueren Sound in ihren Standard Power Metal. Da gibt es noch einige klassischen Power Metal Elemente zu hören, vor allem bei den Stücken Top Secret, The Skull und The Observers, wobei die ersten zwei Songs Up-Tempohammer mit tollen Sing-A-Long-Refrains sind, genau so wie ich es haben möchte. The Observers hingegen ist ein reines Mid-Tempostück, aber mit einem Refrain der sich, schneller als du Timo Tolkki sagen kannst, sofort in deine Gehirngänge einbohrt.

Dies ist wirklich so ein Album das wächst, und eines das dich bei jedem Hören neue Sachen entdecken lässt. Das hört sich wohl klischeehaft an (vielleicht weil es eines ist!), ist aber nichtsdestoweniger wahr. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich das Album nur dreimal zu hören brauchte, bevor es sich von zunächst 'ok' dann bis zu 'empfehlenswert' steigerte. Und das ist wirklich etwas Besonders, wenn man sich vorstellt, wie viel Power / Heavy ich mir auf täglicher Basis so reinziehe. Da hast du schnelle Songs (die den Hauptteil des Albums ausmachen) und du hast langsamere Songs die sich in deine Ohrgänge bohren und graben. Die Klampfer Tony 'Mad' Fonto und Danilo Bar behandeln ihre Instrumente sehr 'helloweenhaft', mit doppelten Guitarleads, Harmonien und brennenden Soli. Für die Produktion zeichnet dieses Mal die Band selbst verantwortlich, und sie haben einen tollen Job gemacht, insofern, als sie jedes Instrument denselben Platz gelassen haben. Mann, da ist ja auch der Viersaiter zu hören! Respekt!

The XIII Skull ist das zweite Album mit dem 'neuen' Vokalisten Gus Gabarro, der ein kompetenter Sänger ist, der auf die Eunuchenschreie ganz verzichtet (gute Entscheidung, denn es gibt wirklich wenig Sänger die das schaffen, ohne lächerlich aus dem Prozess rauszukommen) und stattdessen lieber im stimmlichen Mittelfeld bleibt. Er gibt aber ab und zu einige kraftvolle Geschreie von sich, die aber zur Mucke passen. Seine Stimme erinnert mich manchmal and Kerle wie Eric Adams (Manowar) und, ab und zu, sogar David DeFeis (Virgin Steele). Dies ist sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil. Es gibt Momente, da denkt man: „er muss jetzt sicherlich bald kotzen“. Glücklicherweise sind diese Momente selten und im großem Abstand. Alles in allem hat er eine feine Stimme; vielleicht sollte er ab und zu daran denken, wie er sie benutzen sollte.

Also: Wenn du auf Power / Heavy stehst, ist diese Scheibe wirklich eine, die du antesten solltest. Es gibt schnelle Songs, es gibt etwas langsamere Songs, Mann, da gibt es sogar auch die übliche Ballade (letzter Track, I Wanna Fly Away). Es sind elf Songs + Intro auf dem Silberling vertreten, mit einer Gesamtspielzeit von beinahe einer Stunde, also wirklich „value for money“. Und auch wenn du nicht einmal auf italienischen Power Metal stehst, gib diesem Album trotzdem eine Chance, denn es kling wirklich nicht italienisch. Vielleicht hat das damit zu tun, dass der Sänger Argentinier ist oder wegen dem sehr deutschen Ansatz in der Musik. Die Produktion ist, obwohl kompakt und nett, ein bisschen trocken und manchmal sogar flach, aber alles in allem sind das nur Kleinigkeiten. WHITE SKULL hinterlassen positive Gefühle und The XIII Skull ist das Album, mit dem sie groß einschlagen sollten, denn letzen Endes ist das Wichtigste wohl das Songmaterial, und da haben die Kerle schon was auf dem Kasten. Mehr als würdig ein wenig von deiner Zeit in Anspruch zu nehmen.

Anspielstipps: The Union, Top Secret, The Skulls, Creature Of The Abyss, Perfect Design (der sich gegen Ende super entwickelt), The Observers.