Diesmal
gehen es die italienischen Heavy Metal Veteranen von WHITE
SKULL auf ihrem sechsten Studioalbum The
XIII Skull ein bisschen anders an und mischen
dabei einen irgendwie raueren Sound in ihren Standard Power
Metal. Da gibt es noch einige klassischen Power Metal Elemente
zu hören, vor allem bei den Stücken Top Secret,
The Skull und The Observers, wobei die ersten
zwei Songs Up-Tempohammer mit tollen Sing-A-Long-Refrains sind,
genau so wie ich es haben möchte. The Observers
hingegen ist ein reines Mid-Tempostück, aber mit einem
Refrain der sich, schneller als du Timo Tolkki sagen kannst,
sofort in deine Gehirngänge einbohrt.
Dies ist
wirklich so ein Album das wächst, und eines das dich bei
jedem Hören neue Sachen entdecken lässt. Das hört
sich wohl klischeehaft an (vielleicht weil es eines ist!), ist
aber nichtsdestoweniger wahr. Für mich persönlich
kann ich sagen, dass ich das Album nur dreimal zu hören
brauchte, bevor es sich von zunächst 'ok' dann bis zu 'empfehlenswert'
steigerte. Und das ist wirklich etwas Besonders, wenn man sich
vorstellt, wie viel Power / Heavy ich mir auf täglicher
Basis so reinziehe. Da hast du schnelle Songs (die den Hauptteil
des Albums ausmachen) und du hast langsamere Songs die sich
in deine Ohrgänge bohren und graben. Die Klampfer Tony
'Mad' Fonto und Danilo Bar behandeln ihre Instrumente sehr 'helloweenhaft',
mit doppelten Guitarleads, Harmonien und brennenden Soli. Für
die Produktion zeichnet dieses Mal die Band selbst verantwortlich,
und sie haben einen tollen Job gemacht, insofern, als sie jedes
Instrument denselben Platz gelassen haben. Mann, da ist ja auch
der Viersaiter zu hören! Respekt!
The
XIII Skull ist das zweite Album mit dem 'neuen'
Vokalisten Gus Gabarro, der ein kompetenter Sänger ist,
der auf die Eunuchenschreie ganz verzichtet (gute Entscheidung,
denn es gibt wirklich wenig Sänger die das schaffen, ohne
lächerlich aus dem Prozess rauszukommen) und stattdessen
lieber im stimmlichen Mittelfeld bleibt. Er gibt aber ab und
zu einige kraftvolle Geschreie von sich, die aber zur Mucke
passen. Seine Stimme erinnert mich manchmal and Kerle wie Eric
Adams (Manowar) und, ab und zu, sogar David DeFeis (Virgin Steele).
Dies ist sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil. Es gibt
Momente, da denkt man: „er muss jetzt sicherlich bald
kotzen“. Glücklicherweise sind diese Momente selten
und im großem Abstand. Alles in allem hat er eine feine
Stimme; vielleicht sollte er ab und zu daran denken, wie er
sie benutzen sollte.
Also: Wenn
du auf Power / Heavy stehst, ist diese Scheibe wirklich eine,
die du antesten solltest. Es gibt schnelle Songs, es gibt etwas
langsamere Songs, Mann, da gibt es sogar auch die übliche
Ballade (letzter Track, I Wanna Fly Away). Es sind
elf Songs + Intro auf dem Silberling vertreten, mit einer Gesamtspielzeit
von beinahe einer Stunde, also wirklich „value for money“.
Und auch wenn du nicht einmal auf italienischen Power Metal
stehst, gib diesem Album trotzdem eine Chance, denn es kling
wirklich nicht italienisch. Vielleicht hat das damit zu tun,
dass der Sänger Argentinier ist oder wegen dem sehr deutschen
Ansatz in der Musik. Die Produktion ist, obwohl kompakt und
nett, ein bisschen trocken und manchmal sogar flach, aber alles
in allem sind das nur Kleinigkeiten. WHITE SKULL
hinterlassen positive Gefühle und The XIII
Skull ist das Album, mit dem sie groß einschlagen
sollten, denn letzen Endes ist das Wichtigste wohl das Songmaterial,
und da haben die Kerle schon was auf dem Kasten. Mehr als würdig
ein wenig von deiner Zeit in Anspruch zu nehmen.
Anspielstipps:
The Union, Top Secret, The Skulls, Creature Of The Abyss,
Perfect Design (der sich gegen Ende super entwickelt),
The Observers.