WHERE ANGELS FALL – Dies Irae EP
 
Label: Edgerunner
Release: 18.10.2004
Von: Psycho
Punkte: 6
Time: 20:37
Stil: Gothic Metal
URL: Where Angels Fall
 

Eins muss man WHERE ANGELS FALL lassen: weder beim Bandnamen, noch beim Cover, Albumtitel oder dem ersten Foto nach dem Aufklappen der Hülle sparen die Norweger irgendwelche Klischees aus. Ohne auch nur einen Ton gehört zu haben weiß man: das kann einfach nur Gothic Metal sein!
Nun, Dies Irae ist zum Glück nicht ganz so schlecht geworden, wie es nach dieser Anhäufung von Genre-Charakteristika zu befürchten war. Allerdings, vom Hocker gehauen hat mich die CD nun auch nicht unbedingt. Stilistisch geht man ein wenig in die Richtung der alten Saturnus, wenn auch ohne Gegrunze, stattdessen wird hier der Gesang ausschließlich von einer Frau bestritten. Bedeutet insgesamt, dass sehr melodischer, aber auch sehr verspielter wirkender Gothic Metal geboten wird. Am auffälligsten sind dabei sicherlich die häufig, und dann nicht nur als Staffage eingesetzten Chöre, die der Band letztendlich doch noch zu einer recht eigenständige Stilistik verhelfen.
Trotzdem, im kompositorischen Bereich offenbaren sich selbst bei dieser 4-Track-EP doch so einige Mängel. Zwar wirken die Stücke in sich schon recht rund und flüssig, aber leider fehlen auch so ein wenig die Höhepunkte, und so versacken WHERE ANGELS FALL noch zu oft im songwriterischen Mittelmaß. Die Stärken im (orchestralen) Arrangement und die an sich recht angenehme Stimme von Eirin Bendigtsen können diese Schwäche leider nicht ausreichend kaschieren. So setzen z.B. die Gitarren einfach zu wenig Akzente, was nicht nur am etwas dünnen Sound liegt. Allerdings, auch das sei gesagt, berechtigen Stücke wie Hollow oder das abschließende Requiem durchaus zu größeren Hoffnungen. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Band erst seit ca. einem Jahr beisammen ist...
Geben wir WHERE ANGELS FALL also noch ein wenig Zeit, und vielleicht überarbeitet jemand nebenbei auch noch mal die Homepage, denn schwarze Buchstaben auf dunkelgrauem Grund sind wirklich alles andere als gut lesbar!