Es
passiert manchmal, leider jedoch nur allzu selten und nicht
so oft wie ich es mir wünschen würde… aber es
gibt diese Momente, die wir alle kennen: wir schieben eine CD
in den Player, die Band ist uns völlig unbekannt, nie zuvor
haben wir von ihr gehört und dann…schlägt sie
ein. Sofort werden wir vom ersten Ton an in den Bann der Musik
gezogen wie in einen Sog. Ich war also wirklich überrascht,
denn ich hatte keine Erwartungen bezüglich der Klänge,
die mich bei WELTENBRAND erwarten würden.
Das war durchaus ein Vorteil, um unvoreingenommen an die Sache
heranzugehen. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich mich im
Dark Wave Genre nicht gut auskenne, doch wenn diese Szene mehr
Bands vom Schlage WELTENBRAND zu bieten hat,
dann werde ich diesen Umstand sicherlich demnächst ändern.
In einer Zeit, in der niemand sich Zeit nimmt, um sich einmal
entspannt zurück zu lehnen und zu genießen, offerieren
WELTENBRAND ein Album, das gerade dafür
wie geschaffen ist. Nahezu eine Stunde lang werden großartige
Melodien zu Gehör gebracht, gebettet in atmosphärische
Songs. Die Klänge fließen sanft dahin, gleichzeitig
aber auch beschwingt, Licht steht neben Schatten, Verzweiflung
neben Hoffnung, Zerbrechlichkeit neben Stärke. Mir ist
es nahezu unmöglich, ein Lied hervorzuheben, sie harmonieren
alle prächtig miteinander und bilden eine homogene Einheit.
Dina Zambelli und Ritchie Wenaweser bestechen durch ihre Sangeskünste,
gleiches gilt auch für die instrumentale Seite. Allen Liedern
wohnt ein Tanzflächen-Potential inne und sie flutschen
sehr leicht und locker in die Gehörgänge ohne zu einfach
oder konstruiert zu wirken. Genau das ist auch das Geheimnis
von WELTENBRAND: die Art der Komposition ist
sicherlich auf Eingängigkeit ausgerichtet, doch auch nicht
zu simpel. Es fließt auch Energie in den Songs, sodass
The End Of The Wizard niemals eintönig
oder langweilig daher kommt. Auf jeden Fall haben es WELTENBRAND
geschafft, mich als Dark-Wave-Unwissenden davon zu überzeugen,
einen eingehenden Blick in diesen Musikstil zu wagen –
und das ist doch schon mehr als man heutzutage von einer Band
erwarten kann. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die textliche
Inspiration. Der Quell hierfür liegt in der mythischen
Welt der Liechtensteiner Sagen. Diese Herangehensweise ist nicht
alltäglich und auch ein Vorteil, mit dem sich die Band
abzuheben vermag.
Allen, die emotionale Musik schätzen, wird The
End Of The Wizard angenehme Moment bescheren:
doch auch jene die mit der dunklen Materie nicht so sehr vertraut
sind und diesen Bereich erkunden wollen, sind herzlich eingeladen,
in den musikalischen Mikrokosmos von WELTENBRAND
einzutauchen!