Das
Cover lässt Schlimmes erahnen. Ein tiefblauer Himmel, im
Hintergrund eine strahlende Mittagssonne, vor der sich die Silhouette
eines Galgens abzeichnet. Durch die geknüpfte Schlinge
läuft der Albumtitel Do Or Die!. Ganz so
weh wie das Artwork tut die Musik nicht. Im Gegenteil. Das harm-
und schnörkellose Gedudel klingt wie AC/DC auf Ritalin,
ZZ Top ohne Bärte und Eier und möchte gerne glauben
machen, Southern-Rock käme aus Bayern. Doch selbst wenn
ein Song Call Of The Wild heißt, wird er gespielt,
als würde eine Bande Erdmännchen eine Party in Murmeltierhausen
schmeißen. Nie wird klar, wofür die Band gleich zwei
Gitarristen braucht, so unspektakulär ist das Saitenspiel;
da hinterlassen selbst die gelegentlichen Harmonika Einsätze
stärkeren Eindruck.
Lied um Lied zieht lahmarschig vorbei wie eine Harley Davidson
mit verstopftem Vergaser. Auch die beiden Cover-Versionen sind
belanglos; Ballroom Blitz, das sich geradezu anbietet
die Sau rauszulassen, dümpelt kraftlos vor sich hin, bevor
zum Ende das Tempo tatsächlich ein bisschen anzieht. Donna
Summers Hot Stuff ist sicherlich nicht der erste Titel,
der einem im Zusammenhang mit Biker-Rock einfällt, gibt
also schon mal einen Originalitätsbonus, den – wen
wundert’s – die Ausführung nicht einlösen
kann. Lediglich im Track Never Come Back zeigt die Band,
wie es aussehen könnte, wenn der Fuß ein wenig von
der Bremse genommen wird. Ganz übel wird’s hingegen
bei Kiev Calling, das, versetzt mit russischen Volksweisen,
platt gniedelnd weismachen will, das „Kiev calling right
of the east“ irgendetwas mit der „nature of the
beast“ zu tun hat. Bei solchen Liedern bekommt der Galgen
auf dem Cover endgültig seine vollste Berechtigung.
Insgesamt ein biederes Album, das alles vermissen lässt,
was Musik dieser Art ausmachen sollte: Dreck, Rotz, Rausch,
Geschwindigkeit und große Gefühle. Es ist ordentlich
eingespielt und genau das ist sein größtes Handicap:
viel ZU brav und ordentlich.
Live sollen WASTELAND angeblich ein Kracher sein. Das
zu glauben fällt angesichts der halbgaren Studioarbeit
schwer. Wenn DAS Musik für echte Biker ist, dann wird das
Easy Rider Remake mit Vespas inszeniert. Aber nicht mit irgendwelchen
aufgebohrten Höllenmaschinen, sondern solchen aus dem Versandhauskatalog.