WASTELAND – Do Or Die!

 
Label: Bad Land Records
Release: 01.12.2007
Von: Joking
Punkte: 4.5/10
Time: 47:44
Stil: Simpel-Rock
URL: Wasteland
 
Das Cover lässt Schlimmes erahnen. Ein tiefblauer Himmel, im Hintergrund eine strahlende Mittagssonne, vor der sich die Silhouette eines Galgens abzeichnet. Durch die geknüpfte Schlinge läuft der Albumtitel Do Or Die!. Ganz so weh wie das Artwork tut die Musik nicht. Im Gegenteil. Das harm- und schnörkellose Gedudel klingt wie AC/DC auf Ritalin, ZZ Top ohne Bärte und Eier und möchte gerne glauben machen, Southern-Rock käme aus Bayern. Doch selbst wenn ein Song Call Of The Wild heißt, wird er gespielt, als würde eine Bande Erdmännchen eine Party in Murmeltierhausen schmeißen. Nie wird klar, wofür die Band gleich zwei Gitarristen braucht, so unspektakulär ist das Saitenspiel; da hinterlassen selbst die gelegentlichen Harmonika Einsätze stärkeren Eindruck.
Lied um Lied zieht lahmarschig vorbei wie eine Harley Davidson mit verstopftem Vergaser. Auch die beiden Cover-Versionen sind belanglos; Ballroom Blitz, das sich geradezu anbietet die Sau rauszulassen, dümpelt kraftlos vor sich hin, bevor zum Ende das Tempo tatsächlich ein bisschen anzieht. Donna Summers Hot Stuff ist sicherlich nicht der erste Titel, der einem im Zusammenhang mit Biker-Rock einfällt, gibt also schon mal einen Originalitätsbonus, den – wen wundert’s – die Ausführung nicht einlösen kann. Lediglich im Track Never Come Back zeigt die Band, wie es aussehen könnte, wenn der Fuß ein wenig von der Bremse genommen wird. Ganz übel wird’s hingegen bei Kiev Calling, das, versetzt mit russischen Volksweisen, platt gniedelnd weismachen will, das „Kiev calling right of the east“ irgendetwas mit der „nature of the beast“ zu tun hat. Bei solchen Liedern bekommt der Galgen auf dem Cover endgültig seine vollste Berechtigung.
Insgesamt ein biederes Album, das alles vermissen lässt, was Musik dieser Art ausmachen sollte: Dreck, Rotz, Rausch, Geschwindigkeit und große Gefühle. Es ist ordentlich eingespielt und genau das ist sein größtes Handicap: viel ZU brav und ordentlich.
Live sollen WASTELAND angeblich ein Kracher sein. Das zu glauben fällt angesichts der halbgaren Studioarbeit schwer. Wenn DAS Musik für echte Biker ist, dann wird das Easy Rider Remake mit Vespas inszeniert. Aber nicht mit irgendwelchen aufgebohrten Höllenmaschinen, sondern solchen aus dem Versandhauskatalog.