Tja,
was soll die Hardcore Community von dieser Veröffentlichung
halten?! Diesen Release sollte man sicherlich aus zweierlei
Perspektive betrachten: 1. aus kommerzieller Sicht und 2. aus
dem musikalischen Blickwinkel. Fangen wir bei 1 an: Wer die
Historie und die Entwicklung von WALLS OF JERICHO kennt
weiß, dass sich die Kapelle über die Jahre hinweg
durch exzessives Touren in der Hardcore Szene etabliert hat
und generell mit Top Acts (egal ob Sick Of It All oder in 2008
Napalm Death) die Bühnenbretter zum bersten bringt. The
Bound Feed The Gagged kam bereits 1999 als Debüt
auf dem Markt und 9 Jahre später kommt der Re-Release –
ohne Bonusmaterial und soundtechnisch kaum überarbeitet.
Geld stinkt? Auch wenn die erste Pressung ausverkauft sein sollte
(was ich nicht weiß), die schnell verdiente Kohle hat
sicherlich seinen Eigengeruch.
Musikalisch ist das was die Combo um Frontfrau und Frontröhre
Candace Kucsulain auf The Bound Feed The Gagged
zu bieten absolut ok und für das erste Release ein Achtungserfolg.
Im Gegensatz zu den Folgereleasen All Hail The Dead,
From Hell und With Devils Amongst Us All
geht’s auf dieser Scheibe noch einiges ungehobelter und
mit mehr Hardcore als Metal zu Werke als auf den anderen Scheiben.
Sicherlich hat Candace Kucsulain da maßgeblichen Anteil
dran, die Gute schreit, keift und bellt bis die Lungenflügel
sich von Innen nach Außen kehren und gibt der Scheibe
erst den rotzigen Kick mit. Einige Breakdowns, stellenweise
ungezügeltes Songwriting und ein paar heftige Arschtrittriffs
reichen aus, um Pittaugliche 22 Minuten zu schaffen.
Es gibt sowohl genügend Gründe dafür als auch
einige dagegen sich das Erstlingswerk von WALLS OF JERICHO
zuzulegen. Wer aber einzig und allein auf die Entwicklung der
soundtechnischen Möglichkeiten von 1999 zu 2008 abfährt,
der wird hier zufrieden gestellt.