VULTURE INDUSTRIES – The Dystopia Journals

 
Label: Dark Essence Records
Release: 10.09.2007
Von: Joking
Punkte: 8.5/10
Time: 44:14
Stil: Dark Progressive Metal
URL: Vulture Industries
 
Keine Angst vor Mellotronen, keine Angst vor keifendem, grollendem und cleanen Gesang, voller Lust auf schneidende Gitarren und Breaks an den richtigen Stellen? Interesse an Bands die aus Norwegen – genauer gesagt aus Bergen - stammen und trotzdem keinen lupenreinen Black-Metal zelebrieren? Dann herzlich willkommen bei VULTURE INDUSTRIES und ihren Dystopia Journals. Es gibt viel zu ergründen in den teilweise epischen Tracks. Vertrackte Rythmen, die sich in die Gehörgänge bohren, wechselhafter Gesang, der in all seinen Ausformungen – sauber, kreischend, growlend – überzeugen kann. Aggressiv attackierend – ohne sich in Highspeed-Regionen auszutoben – sind die Dystopia Journals doch unterlegt von einer schleichenden, melancholischen Stimmung, die sich längs eines Eisbergs windet. Düstere Mellotron-Klänge, hämmernde Piano-Figuren gehören wie selbstverständlich zu VULTURE INDUSTRIES Soundkosmos, der in seiner melodischen Vielfalt den Hörer schnell gefangen nimmt. Ausfälle gibt es keine, und jedes Stück besitzt mindestens eine kleine Ohrenweide mit der es brillieren kann. Und wenn zum Schluss die Grim Apparitions ausklingen, nach einem wilden Ritt voller metallischer Attacken, Spoken Words Ergüssen und feiner Doors-Orgel im Hintergrund, kann man sich entspannt zurücklehnen und sagen: „Außer beim Sex selten so viel Spaß gehabt ohne zu lachen.“
Dass die Band freudig damit wirbt, dass sich der „bekannte Norwegische Schauspieler“ Helge Jordal für’s Cover zur Verfügung gestellt hat, weist auf ein Defizit in visueller Wahrnehmung hin. Denn das Albumcover ist von erlesener Scheußlichkeit. Und wer da „Bob“ und „Twin Peaks“ sagt, riskiert Schläge. Zumindest einen leichten Klapps auf den Hinterkopf…
Davon lassen wir uns natürlich nicht abschrecken und drücken die Repeat-Taste für eine wiederholte Entdeckungsreise.