Nach dem
Erstlingswerk Kraft, welches Ende
2004 veröffentlicht wurde, bringen VREID,
die 3 verbliebenen Mannen von Windir (Bassist Hvall, Drummer
Steingrim und Gitarrist/Sänger Sture) nebst neuen Gitarristen
Ese, nun mit Pitch Black Brigade
ihr zweites Album auf den Markt.
Unterstützt wurden sie bei den Recording Sessions zudem
von dem vierten ex-Windir Strom und auf dem Track Hengebjørki
steuert Vegard Bakken, der Bruder des verstorbenen Windir
Masterminds Valfar einige Vocals bei. Für das Songwriting
zeichnet auch diesmal alleine Hvall verantwortlich. Trotz
dieses Line-ups ist es VREID aber wie schon
beim vorangegangenen Album gelungen, einen eigenständigen
und von Windir losgelösten Sound aufrechtzuerhalten,
auch wenn Pitch Black Brigade -
nachdem der Vorgänger ziemlich modernen Einflüssen
erlegen war - wieder etwas mehr zu den black-metallischen
Wurzeln gewandt ist und sich auch bei manchen Songs durchaus
Anleihen aus der musikalischen Vergangenheit Hvalls finden
lassen. Inhaltlich geht es bei dem ganzen Album um die düsteren
Kapitel des vergangenen Jahrhunderts, speziell die beiden
Weltkriege.
Das neue Werk umfasst 8 Tracks, von denen fünf in englischer
und drei in norwegischer Sprache verfasst sind; die Retail-Version
wird zudem einen noch abzudrehenden Video-Clip enthalten.
Gleich zu Beginn des Albums lässt sich erkennen, dass
die Produktion (aufgenommen wurde in Hvalls eigenem Studio
"1184") insgesamt etwas straffer und klarer geworden
ist, ohne aber den schon für Kraft
typischen rauhen Grundton zu aufzugeben. Zudem ist die ganze
Angelegenheit, trotz der Rückbesinnung auf den alten
BM-Sound, fast noch einen Tick grooviger geworden als der
Vorgänger. Immer wieder finden sich Riffs wie beispielsweise
in Left To Hate, dem Titelsong Pitch Black Brigade
oder Our Battle, denen man eigentlich nur mit der
Bezeichnung Black'n'Roll gerecht werden kann. Etwas andere
Töne werden im Mittelteil angeschlagen: zunächst
mit dem vierten Track The Red Smell, der die deutlichsten
Anleihen an Windir und speziell dem Sound der Likferd erkennen
lässt, und dann mit dem längsten Stück der
CD: Hengebjørki, das sich schon durch sein
zweiminütiges elektronisch-atmosphärisches Intro
abhebt und sich dann - im Vergleich zum Rest des Albums -
wohl zum klassischsten Black-Metal entwickelt. Vor allem die
zweite Hälfte des Tracks mit Zwischenspiel und anschließender
Melodieführung ist einfach nur genial. Nach zwei weiteren
vergleichsweise kurzen und wieder sehr groovigen Nummern folgt
dann das mit diversen Soundeffekten und teilweise elektronischen
Melodien (dass es in dieser Hinsicht keine Berührungsängste
gibt, ist man ja schon von Windir gewöhnt ;) ) durchsetzte
Eit Kapittel For Seg Sjølv als langsamer und
klangvoller Abschluss.
Pitch
Black Brigade ist zwar keine Black-Metal-Scheibe
im herkömmlichen Sinne und etwas gewöhnungsbedürftig,
aber nach einigen Durchläufen finde ich, dass das Album
rockt wie Sau und trotz der etwas seltsamen Mischung von Stilrichtungen
eine runde Sache ist. Der bereits auf Kraft
entwickelte eigenwillige Sound wurde noch etwas verfeinert,
ohne lasch zu wirken, und auch die zweieinhalb *g* stärker
melodiebetonten Stücke fügen sich gut in das Gesamtbild.
Neun und ein halber Punkt, sowie eine ausdrückliche Kaufempfehlung
ist die neue VREID alle mal wert, für
mich einer der Kandidaten auf das Album des (zugegebenermaßen
noch jungen) Jahres!
Probehören
kann man einen der neuen Songs übrigens hier.