VREID – Pitch Black Brigade

 
Label: Tabu Recordings
Release: 23.04.2006
Von: Seb
Punkte: 9.5/10
Time: 42:19
Stil: Black/Viking/Black’n’Roll
URL: Vreid
 

Nach dem Erstlingswerk Kraft, welches Ende 2004 veröffentlicht wurde, bringen VREID, die 3 verbliebenen Mannen von Windir (Bassist Hvall, Drummer Steingrim und Gitarrist/Sänger Sture) nebst neuen Gitarristen Ese, nun mit Pitch Black Brigade ihr zweites Album auf den Markt.
Unterstützt wurden sie bei den Recording Sessions zudem von dem vierten ex-Windir Strom und auf dem Track Hengebjørki steuert Vegard Bakken, der Bruder des verstorbenen Windir Masterminds Valfar einige Vocals bei. Für das Songwriting zeichnet auch diesmal alleine Hvall verantwortlich. Trotz dieses Line-ups ist es VREID aber wie schon beim vorangegangenen Album gelungen, einen eigenständigen und von Windir losgelösten Sound aufrechtzuerhalten, auch wenn Pitch Black Brigade - nachdem der Vorgänger ziemlich modernen Einflüssen erlegen war - wieder etwas mehr zu den black-metallischen Wurzeln gewandt ist und sich auch bei manchen Songs durchaus Anleihen aus der musikalischen Vergangenheit Hvalls finden lassen. Inhaltlich geht es bei dem ganzen Album um die düsteren Kapitel des vergangenen Jahrhunderts, speziell die beiden Weltkriege.
Das neue Werk umfasst 8 Tracks, von denen fünf in englischer und drei in norwegischer Sprache verfasst sind; die Retail-Version wird zudem einen noch abzudrehenden Video-Clip enthalten.
Gleich zu Beginn des Albums lässt sich erkennen, dass die Produktion (aufgenommen wurde in Hvalls eigenem Studio "1184") insgesamt etwas straffer und klarer geworden ist, ohne aber den schon für Kraft typischen rauhen Grundton zu aufzugeben. Zudem ist die ganze Angelegenheit, trotz der Rückbesinnung auf den alten BM-Sound, fast noch einen Tick grooviger geworden als der Vorgänger. Immer wieder finden sich Riffs wie beispielsweise in Left To Hate, dem Titelsong Pitch Black Brigade oder Our Battle, denen man eigentlich nur mit der Bezeichnung Black'n'Roll gerecht werden kann. Etwas andere Töne werden im Mittelteil angeschlagen: zunächst mit dem vierten Track The Red Smell, der die deutlichsten Anleihen an Windir und speziell dem Sound der Likferd erkennen lässt, und dann mit dem längsten Stück der CD: Hengebjørki, das sich schon durch sein zweiminütiges elektronisch-atmosphärisches Intro abhebt und sich dann - im Vergleich zum Rest des Albums - wohl zum klassischsten Black-Metal entwickelt. Vor allem die zweite Hälfte des Tracks mit Zwischenspiel und anschließender Melodieführung ist einfach nur genial. Nach zwei weiteren vergleichsweise kurzen und wieder sehr groovigen Nummern folgt dann das mit diversen Soundeffekten und teilweise elektronischen Melodien (dass es in dieser Hinsicht keine Berührungsängste gibt, ist man ja schon von Windir gewöhnt ;) ) durchsetzte Eit Kapittel For Seg Sjølv als langsamer und klangvoller Abschluss.

Pitch Black Brigade ist zwar keine Black-Metal-Scheibe im herkömmlichen Sinne und etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einigen Durchläufen finde ich, dass das Album rockt wie Sau und trotz der etwas seltsamen Mischung von Stilrichtungen eine runde Sache ist. Der bereits auf Kraft entwickelte eigenwillige Sound wurde noch etwas verfeinert, ohne lasch zu wirken, und auch die zweieinhalb *g* stärker melodiebetonten Stücke fügen sich gut in das Gesamtbild.
Neun und ein halber Punkt, sowie eine ausdrückliche Kaufempfehlung ist die neue VREID alle mal wert, für mich einer der Kandidaten auf das Album des (zugegebenermaßen noch jungen) Jahres!

Probehören kann man einen der neuen Songs übrigens hier.