VREID – Milorg

 
Label: Indie Recordings
Release: 23.01.2009
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 41:09
Stil: Black’n’Roll
URL: Vreid
 
VREID beweisen Mut. Sie setzen nämlich an den Beginn ihres Albums Milorg eine über 9 Minuten lang dauernde Nummer namens Alarm. VREID beweisen aber ebenso, dass sie über diese Distanz alles ausschöpfen, was Metal zu bieten hat: schnell gespielten (Black) Metal mit gekreischten Vocals, schmissigen Black’n’Roll und langsame Zwischenspiele – kurz gesagt: sie sind um Abwechslung bemüht.

Auch im weiteren Verlauf der CD geben sich die verschiedenen Spieltempi die Klinke in die Hand. Mir gefällt, dass VREID teilweise auf ungezügelte Aggression Wert legen. Das Stück Disciplined fährt einen rasanten Kurs, bekommt durch ein hochmelodisches Gitarrensolo dann eine hymnische Note beigemengt, die durch eine kurze, klar gesungene Passage, noch verstärkt wird.
Zwischendurch blitzt eine dreckige Rock’n’Roll Attitüde durch, die sich von den folkloristischen Einschüben abhebt, diese aber ebenso stimmig ergänzt. VREID fahren gekonnt die Geschwindigkeit im richtigen Moment zurück, dass die schnellen Teile ihre Wirkung noch intensiver entfalten können. Immer wieder stechen die rasanten und hochmelodischen Leadgitarren hervor, die teils stoisch, teils hymnisch ihre Bahnen ziehen.
Die Verwendung von Marschrhythmen passt sehr gut zur verarbeiteten Thematik: Milorg (eine Abkürzung für Militärische Organisation) dreht sich nämlich um eine norwegische Widerstandsgruppe im zweiten Weltkrieg.

VREID ist mit Milorg also ein stimmiges Werk gelungen. Die Kompositionen wirken anspruchsvoll und eingängig zugleich. Der Eindruck einer homogenen aber dennoch überraschend wandlungsfähigen Band entsteht und machen dieses Werk zu einem unterhaltsamen akustischen Gourmethappen.