Auch im weiteren
Verlauf der CD geben sich die verschiedenen Spieltempi die
Klinke in die Hand. Mir gefällt, dass VREID teilweise
auf ungezügelte Aggression Wert legen. Das Stück
Disciplined fährt einen rasanten Kurs, bekommt
durch ein hochmelodisches Gitarrensolo dann eine hymnische
Note beigemengt, die durch eine kurze, klar gesungene Passage,
noch verstärkt wird.
Zwischendurch blitzt eine dreckige Rock’n’Roll
Attitüde durch, die sich von den folkloristischen Einschüben
abhebt, diese aber ebenso stimmig ergänzt. VREID
fahren gekonnt die Geschwindigkeit im richtigen Moment zurück,
dass die schnellen Teile ihre Wirkung noch intensiver entfalten
können. Immer wieder stechen die rasanten und hochmelodischen
Leadgitarren hervor, die teils stoisch, teils hymnisch ihre
Bahnen ziehen.
Die Verwendung von Marschrhythmen passt sehr gut zur verarbeiteten
Thematik: Milorg (eine Abkürzung für
Militärische Organisation) dreht sich nämlich um
eine norwegische Widerstandsgruppe im zweiten Weltkrieg.
VREID ist
mit Milorg also ein stimmiges Werk gelungen.
Die Kompositionen wirken anspruchsvoll und eingängig
zugleich. Der Eindruck einer homogenen aber dennoch überraschend
wandlungsfähigen Band entsteht und machen dieses Werk
zu einem unterhaltsamen akustischen Gourmethappen.