VIRGIN BLACK – Requiem Mezzo Forte

 
Label: Massacre Records
Release: 13.04.2007
Von: Stormlord
Punkte: 10/10
Time: 52:12
Stil: Orchestral Doom Metal
URL: Virgin Black
 

Erhebend jedoch bedrückend, zu Tränen rührend und andererseits niederschmetternd, langsam und an richtig ausgewählten Stellen forsch - diese Gegensatzpaare umschreiben die schlicht und ergreifend wunderschöne Musik von VIRGIN BLACK.

Das Adelaide Symphony Orchester setzt das musikalische Konzept zusammen mit der einfühlsam agierenden Band perfekt um und schafft es mit jeder Komposition einen Volltreffer zu landen. Faszinierend schöne Chorarrangements, erhabene Orchesterpassagen und eine wahnsinnig dichte Atmosphäre verleihen dem Werk eine imposante Wirkung - und dieses Werk ist etwas Besonderes.

Die beiden Komponisten Rowan und Samantha erschufen nämlich zeitgleich die verschiedenen Teile einer Trilogie namens Requiem, von denen jenes in Mezzo Forte gehaltene den vorliegenden zweiten Teil darstellt. Teil 1 war ein reines Orchesteralbum, bei Mezzo Forte vermischen sich Klassikelemente und gotische Doom Elemente zu einem aufrührenden Erlebnis. Über weite Strecken geht es schleppend oder getragen zu Werke, jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle und VIRGN BLACK verstehen es sehr gut, Spannung zu erzeugen. Dazu streuen die Australier wohldosiert aufbrausende Zwischenspiele ein, die den Songs eine unbändige Dynamik verleihen. Neben der musikalischen Klasseleistung von Band und Orchester brillieren die Solosänger mit beeindruckendem Stimmvolumen. Die Palette reicht von sonorer Stimmlage bis hin zu finsteren Facetten. Aus vielen Teilen setzt sich dieses akustische Fest für die Sinne zusammen, das sowohl Freunde aus der Gothic Szene als auch Metal Fans ansprechen dürfte, die es orchestral, doomig und auch ruhig mögen.

Besonders herausheben möchte ich das faszinierende, über 10 Minuten andauernde …And I Am Suffering, das in bester Doom Metal Manier beginnt, bevor eine sanfte Frauenstimme das Kommando übernimmt. Ein Streicherensemble legt einen schwebenden Klangteppich darunter, der wieder von drückenden Akkorden abgelöst wird. Wäre das nicht schon genug der Emotionen, erhebt sich eine herrliche Leadgitarren-Melodie, wie sie nur wenige in solch genialer Einfachheit erstrahlen lassen können. Auch das Pianospiel trägt sein Scherflein zum erlesenen Hörerlebnis bei.       

Wenn ihr euch Requiem Mezzo Forte in einer ruhigen Stunde zu Gemüte führt, am besten den Kopfhörer verwendend, werdet ihr mit opulent inszenierten Orchesterklängen, gepaart mit harmonisch eingeflochtenen Doom Metal Passagen verwöhnt. So, und während ihr in den Strudel aus symphonischen Wellen sowie kontrastierenden Gitarrenparts hineingezogen werdet, werde ich mal versuchen, Teil 1 (Pianissimo) aufzutreiben und freue mich gleichzeitig auf die Fortsetzung und Vollendung – na klar, die nennt sich dann Fortissimo