Erhebend
jedoch bedrückend, zu Tränen rührend und andererseits
niederschmetternd, langsam und an richtig ausgewählten
Stellen forsch - diese Gegensatzpaare umschreiben die schlicht
und ergreifend wunderschöne Musik von VIRGIN
BLACK.
Das Adelaide
Symphony Orchester setzt das musikalische Konzept zusammen
mit der einfühlsam agierenden Band perfekt um und schafft
es mit jeder Komposition einen Volltreffer zu landen. Faszinierend
schöne Chorarrangements, erhabene Orchesterpassagen und
eine wahnsinnig dichte Atmosphäre verleihen dem Werk
eine imposante Wirkung - und dieses Werk ist etwas Besonderes.
Die beiden
Komponisten Rowan und Samantha erschufen nämlich zeitgleich
die verschiedenen Teile einer Trilogie namens Requiem,
von denen jenes in Mezzo Forte gehaltene
den vorliegenden zweiten Teil darstellt. Teil 1 war ein reines
Orchesteralbum, bei Mezzo Forte
vermischen sich Klassikelemente und gotische Doom Elemente
zu einem aufrührenden Erlebnis. Über weite Strecken
geht es schleppend oder getragen zu Werke, jeder Ton sitzt
an der richtigen Stelle und VIRGN BLACK verstehen
es sehr gut, Spannung zu erzeugen. Dazu streuen die Australier
wohldosiert aufbrausende Zwischenspiele ein, die den Songs
eine unbändige Dynamik verleihen. Neben der musikalischen
Klasseleistung von Band und Orchester brillieren die Solosänger
mit beeindruckendem Stimmvolumen. Die Palette reicht von sonorer
Stimmlage bis hin zu finsteren Facetten. Aus vielen Teilen
setzt sich dieses akustische Fest für die Sinne zusammen,
das sowohl Freunde aus der Gothic Szene als auch Metal Fans
ansprechen dürfte, die es orchestral, doomig und auch
ruhig mögen.
Besonders
herausheben möchte ich das faszinierende, über 10
Minuten andauernde …And I Am Suffering, das
in bester Doom Metal Manier beginnt, bevor eine sanfte Frauenstimme
das Kommando übernimmt. Ein Streicherensemble legt einen
schwebenden Klangteppich darunter, der wieder von drückenden
Akkorden abgelöst wird. Wäre das nicht schon genug
der Emotionen, erhebt sich eine herrliche Leadgitarren-Melodie,
wie sie nur wenige in solch genialer Einfachheit erstrahlen
lassen können. Auch das Pianospiel trägt sein Scherflein
zum erlesenen Hörerlebnis bei.
Wenn ihr
euch Requiem Mezzo Forte in einer
ruhigen Stunde zu Gemüte führt, am besten den Kopfhörer
verwendend, werdet ihr mit opulent inszenierten Orchesterklängen,
gepaart mit harmonisch eingeflochtenen Doom Metal Passagen verwöhnt.
So, und während ihr in den Strudel aus symphonischen Wellen
sowie kontrastierenden Gitarrenparts hineingezogen werdet, werde
ich mal versuchen, Teil 1 (Pianissimo)
aufzutreiben und freue mich gleichzeitig auf die Fortsetzung
und Vollendung – na klar, die nennt sich dann Fortissimo…