Mit
VICIOUS ART steht eine weitere vielversprechende All-Star
Formation am Start. Neben den beiden Gründungsvätern
Matti und Robert (ex Dark Funeral) an Gitarre und Schlagzeug,
findet man einen gewissen Herrn Jörgen Sandström (ex-Grave/ex-Entombed)
am Tieftöner. Illustre Namen, die einiges versprechen.
Erwartet man jetzt ein Oldschool Inferno der Marke Bloodbath,
Death Breath oder Chaosbreed, so wird man eines besseren belehrt.
VICIOUS ART setzen nämlich auf kompromisslosen Death
Metal mit starker Thrash Metal Schlagseite im Gitarrensektor
und einer Prise Black Metal in den teilweise hasserfüllten
Vocals. Der gravierendste Unterschied zu oben genannten Rettern
des guten alten Stockholm Death Metals ist indes der, dass dem
Quintett nicht unbedingt daran gelegen ist, den alten Sound
der späten 80er/frühen 90er in das 21. Jahrhundert
zu transportieren, sondern sich ganz und gar modernen Einflüssen
zu öffnen. Dies schlägt sich vor allem in der taufrischen
Produktion nieder, die die Schweden eher in die Nähe zu
Bands wie Dew-Scented oder der letzten Platte von Grave rücken
lässt. Groove ist ein Stichwort, auf das VICIOUS ART
wohl bewusst während des Songwritings gesetzt haben.
Denn entweder ist der Schädel böse am rotieren, die
Beine stampfen den Rhythmus mit oder man ertappt sich peinlicherweise
beim Hüftschwung. Denn egal, ob der alles zermürbende
und richtungweisende Opener Tombstone Grind oder das
mit kurzen Lead-Fill-Ins des Grave-Gitarristen Jonas Torndal
versehene The Paulina Paw Paintings läuft, der Körper
des Zuhörers ist ständig in Bewegung.
Pick Up This Sick Child ist dank seiner Kompromisslosigkeit
und Durchschlagskraft ein Muss für jeden Death/Thrasher
der „modernen“ Schule. Und nachdem wir es mit VICIOUS
ART mit durchgehend gestanden Burschen zu tun haben, die
bereits alle massenweise Liveerfahrung haben, werden die Schweden
so manchen Zweifler spätestens auf der Bühne überzeugen,
da bin ich mir sicher!