VICIOUS ART – Pick Up This Sick Child

 
Label: Mighty Music
Release: 04.04.2008
Von: Haris
Punkte: 8/10
Time: 44:16
Stil: Death/Black Metal
URL: Vicious Art
 
Mit VICIOUS ART steht eine weitere vielversprechende All-Star Formation am Start. Neben den beiden Gründungsvätern Matti und Robert (ex Dark Funeral) an Gitarre und Schlagzeug, findet man einen gewissen Herrn Jörgen Sandström (ex-Grave/ex-Entombed) am Tieftöner. Illustre Namen, die einiges versprechen.
Erwartet man jetzt ein Oldschool Inferno der Marke Bloodbath, Death Breath oder Chaosbreed, so wird man eines besseren belehrt. VICIOUS ART setzen nämlich auf kompromisslosen Death Metal mit starker Thrash Metal Schlagseite im Gitarrensektor und einer Prise Black Metal in den teilweise hasserfüllten Vocals. Der gravierendste Unterschied zu oben genannten Rettern des guten alten Stockholm Death Metals ist indes der, dass dem Quintett nicht unbedingt daran gelegen ist, den alten Sound der späten 80er/frühen 90er in das 21. Jahrhundert zu transportieren, sondern sich ganz und gar modernen Einflüssen zu öffnen. Dies schlägt sich vor allem in der taufrischen Produktion nieder, die die Schweden eher in die Nähe zu Bands wie Dew-Scented oder der letzten Platte von Grave rücken lässt. Groove ist ein Stichwort, auf das VICIOUS ART wohl bewusst während des Songwritings gesetzt haben. Denn entweder ist der Schädel böse am rotieren, die Beine stampfen den Rhythmus mit oder man ertappt sich peinlicherweise beim Hüftschwung. Denn egal, ob der alles zermürbende und richtungweisende Opener Tombstone Grind oder das mit kurzen Lead-Fill-Ins des Grave-Gitarristen Jonas Torndal versehene The Paulina Paw Paintings läuft, der Körper des Zuhörers ist ständig in Bewegung.
Pick Up This Sick Child ist dank seiner Kompromisslosigkeit und Durchschlagskraft ein Muss für jeden Death/Thrasher der „modernen“ Schule. Und nachdem wir es mit VICIOUS ART mit durchgehend gestanden Burschen zu tun haben, die bereits alle massenweise Liveerfahrung haben, werden die Schweden so manchen Zweifler spätestens auf der Bühne überzeugen, da bin ich mir sicher!