Vernissage - Intensity
Label: AFM Records
Release: 1998
Von: EquimanthorN
Punkte: 8
 
Irgendwie ist es angesichts der Qualität von Intensity schon unverständlich, daß die Scheibe seinerzeit völlig untergegangen ist - andererseits wird aber auch einiges klar, wenn man bedenkt, daß der Hammerfall-Trend gerade seinen Höhepunkt erreichte und die Zeiten für Anspruchsvollen, Prog-beeinflußten Metal nicht gerade rosig waren. Und genau das zelebrieren VERNISSAGE in äußerst ausgereifter Form, wobei vor allem, aber nicht nur aufgrund des Gesangs Parallelen zu Psychotic Waltz gezogen werden können, auch wenn insgesamt deutlich straighter und härter zu Werke gegangen wird als bei besagter Prog-Legende. Herausragend ist meines Erachtens nach gleich der Opener Augenzeugen, der nicht nur in Sachen Kompaktheit und Wiedererkennungswert alles bietet, was man von Songs dieses Genres erwarten darf, sondern auch mit einem tiefsinnigen und völlig unpeinlichen deutschen Text glänzt. Die anderen Tracks können zwar nicht alle dieses Niveau halten, aber insgesamt sind genug Höhepunkte (wie z.B. das vertrackte Hypocrite) zu finden, um Intensity in einem äußerst hellen Licht erstrahlen zu lassen. Lediglich das eher peinlich-halblustige, überhaupt nicht zum anspruchsvollen Rest passende Outro hätte man sich getrost schenken können...