VEHEMENCE – God Was Created 
 
Label: Metal Blade
Release: Juli 2002
Von: Dajana
Punkte: 7
Time: 59:43
Stil: Death Metal
URL: Vehemence
 

VEHEMENCE haben in ihrer doch recht kurzen Bandgeschichte einen ziemlich imposanten Aufstieg hingelegt. Gegründet 1995, wurde 1998 das erste Demo aufgenommen und 2000 bereits das Debüt The Thoughts From Which I Hide in Eigenregie veröffentlicht. Mit diesem Album und intensivem Touren konnte man die Aufmerksamkeit Brian Slagel’s auf sich ziehen, was in einem langfristigen Deal mit Metal Blade endete. So gestärkt, startete man nun richtig durch, nach intensivem Touring folgte das Zweitlingswerk God Was Created.
Mit diesem Album präsentieren die amerikanischen Hopefuls eine interessante Mischung melodischen Death Metals, der durchaus in skandinavische Gefilde beheimatet sein könnte. Aber sobald Sänger Nathan loslegt, wird man augenblicklich nach Florida versetzt. Man werfe Bands wie In Flames, ein bisschen Hypocrisy und alte Amorphis in einen Topf, dazu einen Prise Morbid Angel und abgrundtiefes Gegrunze, an dem selbst Barnes seine helle Freude hätte. Unterstützt wird Nathan durch den Bassisten Mark, der hin und wieder mit fiesen Schreigesang die Atmosphäre verschärft. In ein ultrabrutales Death Metal Grundgerüst lässt man eine Menge keyboardlastiger, teilweise sogar recht verspielter Melodien einfließen (Made For Her Jesus) und verschafft Abwechslung mit akustischen Gitarrenparts (She Never Noticed Me – in das selbst Pianoklänge einfließen) und diversen Speed Einlagen, die sowohl an Morbid Angel, als auch an Hypocrisy erinnern. Musikalisch gesehen ist God Was Created ein intelligent produziertes, äußerst ansprechendes und intensives Album, das Freude bereitet. Ein ziemlicher Kracher, den ich von einer amerikanischen Band im Jahre 2002 sicher nicht erwartet hätte, nachdem diese Szene ja eigentlich schon ausgeblutet ist. Die Jungs haben es drauf!
Einziger Kritikpunkt wäre für mich die Länge der Tracks, von denen der Großteil zwischen 5 und knapp 9 Minuten liegt. Dies verursacht Langatmigkeit an der einen oder anderen Stelle und insbesondere zum Ende hin ist man häufig geneigt, fremd zu hören, da dort der melodische Anteil ziemlich zurückgeschraubt wird. Vielleicht beim nächsten Mal nicht ganz so ausufernd, dafür knackiger.
Einen deutlichen Minuspunkt gibt es für Cover und Lyrics. Das Frontcover ist zwar diesmal recht zahm ausgefallen – verglichen mit Debüt und Demo, hat aber dennoch eher etwas Lächerliches. Auf den Innenseiten wird dann gesplattert, was das Zeug hält, aber ebenso dilettantisch. Bei den Lyrics ergeht man sich in antichristlich – jungfräulichen Vergewaltigungs- und Splatter Orgien, die sicher nicht ernst zunehmen sind und sogar ein Schmunzeln verursachen. Einzige Ausnahme ist der Titeltrack God Was Created. Die Lyrics sind sicher „Geschmackssache“, dennoch haben sie - und die grafische Gestaltung - God Was Created in Deutschland auf den Index gebracht, während die Platte ansonsten nur den üblichen Sticker drauf hat. In Deutschland ist das Album somit nur über wenige Mailorder zu bekommen. Auf diese Weise kann man als Newcomer sicher keine Einheiten absetzen. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen.