Mehr als
2 Jahre mußten wir auf einen Nachfolger des grandiosen
Albums Fun With Knives warten. Und zugegebenermaßen
sah es nicht gerade so aus, als ob Bryan Erickson noch lange
leben würde und noch irgendetwas zustande bringen könnte.
Aber siehe da, tot Geglaubte leben länger ...
Twisted Thought Generator ist die nunmehr 5.
veröffentlichte Langrille und hebt sich deutlich von den
Vorgängern ab, halten doch eine Menge Dance- und Technorelevante
Samples Einzug. Und darüber bin ich ehrlich gesagt nicht
besonders glücklich. Die vorangegangenen Alben haben sich
immer durch eine beängstigend bedrückende, düstere
und melancholische Atmosphäre ausgezeichnet, welche nun
durch die Dance- und Techno - Samples beinahe aufgehoben wird.
Zum Glück ziehen sich diese Samples nicht durch das gesamte
Album. Der Industrialkracher startet mit Velvet Pill,
einem typischen VAC Track ohne Schnickschnack, ebenso
die Tracks Asphixia, das instrumentale Hyperspehere
und das letzten Stück Dilaudid. Die restlichen 5
Songs haben eben jene Einflüsse und wirken etwas gekünstelt.
Wenn Techno Freaks mehr Geschmack hätten, könnte ich
mir gut vorstellen, das jene Tracks auch gut in diversen Tanztempeln
laufen würden. Aber sicher lag es nicht in Bryans Absicht,
seine Musik kommerziell zu verkaufen. Nun, er hatte angekündigt,
ein Album mit deutlichen Dance Einflüssen zu machen und
dafür ist es denn doch noch sehr düster ausgefallen.
Thematisch läßt er uns in seine Seele schauen, in
der wieder allerlei Drogen und deren Auswirkungen eine Rolle
spielen, seine Selbstzweifel, verratene Freundschaften und die
Lügen des Lebens - wenn sie einen erwischen, wenn man es
am wenigsten erwartet.
Aber
noch viel besser an diesem Album ist die Tatsache, das das bisher
unveröffentlichte Album Dimension 8 im mp3
-Format hinten dran hängt !!! 13 geniale Tracks ganz im
Stile der Vorgängeralben. Die Produktion reißt einen
zwar nicht gerade vom Hocker, aber das ist in diesem Fall verzeihlich
... denke ich.
Zum Thema Drogen gäbe es noch zu sagen, daß sich
Bryan Erickson inzwischen von Statements wie "fun
with drugs" und dem daraus resultierenden Fun
With Knives ( Fun With Knives Album ) distanziert
und sie heute nicht mehr so äußern würde. Auf
Twisted Thought Generator weist er darauf hin,
unter speziellen Umständen bestimmte Drogen nicht zu konsumieren
und läßt einen ja teilhaben an den Auswirkungen in
Form seiner Lyrics ... und das ist beängstigend genug.
Dennoch kann er wohl selbst nicht die Finger davon lassen ...