Seb
hat ja bereits in seiner Besprechung zu Am Nodr,
dem eigentlichen Nachfolger zu Passover, ausführlich
über URSKUMUGs Tribal Black Metal berichtet. Den
Begriff „Tribal“ kann man im Falle der Letten vielleicht
am ehesten noch im lyrischen Konzept vertreten, musikalisch
geht man eher den unspektakulären Weg des melodischen Black
Metal. Der Einsatz der Keyboards erinnert nicht selten vor allem
an Dimmu Borgirs Enthrone Darkness Triumphant. Der Vergleich
zum Referenzwerk der Norweger hinkt aber vorne und hinten. Zwar
schaffen es URSKUMUG gelegentlich, mit ein paar zündenden
Ideen zu überzeugen, aber im Großen und Ganzen geht
Passover kompositorisch nahezu als Plagiat des
Drittwerkes der Norweger durch, was vor allem in der Keyboardarbeit
mehr als deutlich wird.
Passover ist die Neuveröffentlichung des
Debüts Pareja, die für den russischen
Markt angedacht ist. Zehn Songs lang wird technisch durchaus
kompetent dargebotener Black Metal, mal im Midtempo, mal rasend
schnell zelebriert, wobei hier bereits die eher überflüssigen
Instrumentalstücke Her Majesty Silence und Pareja/Passover
mit einberechnet sind. Bleiben unterm Strich sieben Songs,
die es insgesamt auf nicht einmal 30 Minuten Spielzeit schaffen.
Etwas mager, wenn ihr mich fragt.
Zum „Tribal“ Black Metal der Letten gesellen sich
an einigen Stellen atmosphärische Death Metal Riffs (The
Third), die mich komischerweise von der Grundstimmung her
ein wenig an die Thresholds-Phase von Nocturnus erinnern. Das
schöne Outro zu The Heathen’s Cave, das mit
einem zweistimmigen Gitarrenriff aufwartet, gehört ebenso
zu einem der wenigen Lichtblicke auf Passover.
Das sind die Momente, die URSKUMUG ein wenig von der
Masse der Dimmu-Klone herausstechen lassen.
Insgesamt präsentieren sich die Letten leider zu nahe an
den skandinavischen Vorbildern. Die technischen Voraussetzungen
sind in jedem Fall vorhanden, um künftig auf sich aufmerksam
zu machen. Noch ist das aber nicht der Fall, weswegen mir Passover
nicht mehr wert ist als sechs Punkte.