UPPERCUT – Reanimation Of Hate
 
Label: G.U.C. Records
Release: 14.09.2004
Von: Psycho
Punkte: 8
Time: 42:15
Stil: Thrash Metal
URL: Uppercut
 

An UPPERCUT scheint die Zeit irgendwie vorbeigelaufen zu sein: völlig abseits aller Trends zocken die Dame und die drei Herren knackigen Old School-Thrash, sowie wir ihn in seiner Hochphase irgendwann Mitte/Ende der 80er kennen und lieben gelernt haben.
Dabei rettet die einen förmlich anspringende Spielfreude, die sehr runde und wuchtige Produktion mit dem schwer sägenden Gitarrensound und das insgesamt sehr stimmige Songwriting über die Tatsache hinweg, dass einem das eine oder andere Riff u.U. bekannt vorkommen könnte. Stilistisch fühle ich mich bei Reanimation Of Hate immer irgendwo an Destruction, Testament oder Exodus erinnert (jeweils nur die Frühwerke), was aber allesamt gute Adressen sind.
Folglich sollten brachiale Nackenwirbelzerstörer wie Massmurderers Heaven, Stick It Out, Fear, Dead End oder auch der Titeltrack Reanimation Of Hate auf jeder Metal-Party bestens funktionieren. Dabei ist den meisten Stücken eins gemein: sie enthalten trotz aller Brutalität das notwendige Quentchen Melodie und sind, obwohl insgesamt betrachtet sehr straight, doch mit einem ausreichend anspruchsvollen Riffing ausgestattet. Es sei aber nicht verhehlt, dass die Abwechslung über die gesamte Spielzeit hinweg dann doch ein wenig zu kurz kommt. Ein weiterer Knackpunkt sind für mich die Vocals von Sängerin Daniela. Die Frau hat in Tat ein unmenschliches Organ und macht ihre Sache (abgrundtiefes Gegrunze und Geröchel) für sich betrachtet wirklich ausgezeichnet. Allerdings finde ich, dass eine dreckige Thrash-Röhre besser zum musikalischen Gesamtkonzept von UPPERCUT gepasst hätte, weil man so, nur wegen des Gesangs, doch ein wenig zu sehr nach Death Metal klingt. Ist aber nur meine persönliche Meinung, und ich gehe davon aus, dass sich die meisten Hörer, die auf brutalen Krach stehen, davon nicht abschrecken lassen. Außerdem sammelt die Band wiederum Sympathiepunkte, indem sie die sonst üblichen (Werbe-)Sprüche bei einer solchen Konstellation in der Mottenkiste lässt.
Ansonsten gibt es an Reanimation Of Hate nämlich auch nichts zu meckern, so dass G.U.C.-Records hiermit vielleicht ihre erste CD rausbringen, die über den eigentlichen Underground hinaus auf reichlich Beachtung stoßen könnte. Verdient hätten es UPPERCUT allemal...