An UPPERCUT
scheint die Zeit irgendwie vorbeigelaufen zu sein:
völlig abseits aller Trends zocken die Dame und die drei
Herren knackigen Old School-Thrash, sowie wir ihn in seiner
Hochphase irgendwann Mitte/Ende der 80er kennen und lieben gelernt
haben.
Dabei rettet die einen förmlich anspringende Spielfreude,
die sehr runde und wuchtige Produktion mit dem schwer sägenden
Gitarrensound und das insgesamt sehr stimmige Songwriting über
die Tatsache hinweg, dass einem das eine oder andere Riff u.U.
bekannt vorkommen könnte. Stilistisch fühle ich mich
bei Reanimation Of Hate immer irgendwo
an Destruction, Testament oder Exodus erinnert (jeweils nur
die Frühwerke), was aber allesamt gute Adressen sind.
Folglich sollten brachiale Nackenwirbelzerstörer wie Massmurderers
Heaven, Stick It Out, Fear, Dead End oder auch
der Titeltrack Reanimation Of Hate auf jeder Metal-Party
bestens funktionieren. Dabei ist den meisten Stücken eins
gemein: sie enthalten trotz aller Brutalität das notwendige
Quentchen Melodie und sind, obwohl insgesamt betrachtet sehr
straight, doch mit einem ausreichend anspruchsvollen Riffing
ausgestattet. Es sei aber nicht verhehlt, dass die Abwechslung
über die gesamte Spielzeit hinweg dann doch ein wenig zu
kurz kommt. Ein weiterer Knackpunkt sind für mich die Vocals
von Sängerin Daniela. Die Frau hat in Tat ein unmenschliches
Organ und macht ihre Sache (abgrundtiefes Gegrunze und Geröchel)
für sich betrachtet wirklich ausgezeichnet. Allerdings
finde ich, dass eine dreckige Thrash-Röhre besser zum musikalischen
Gesamtkonzept von UPPERCUT gepasst hätte,
weil man so, nur wegen des Gesangs, doch ein wenig zu sehr nach
Death Metal klingt. Ist aber nur meine persönliche Meinung,
und ich gehe davon aus, dass sich die meisten Hörer, die
auf brutalen Krach stehen, davon nicht abschrecken lassen. Außerdem
sammelt die Band wiederum Sympathiepunkte, indem sie die sonst
üblichen (Werbe-)Sprüche bei einer solchen Konstellation
in der Mottenkiste lässt.
Ansonsten gibt es an Reanimation Of Hate
nämlich auch nichts zu meckern, so dass G.U.C.-Records
hiermit vielleicht ihre erste CD rausbringen, die über
den eigentlichen Underground hinaus auf reichlich Beachtung
stoßen könnte. Verdient hätten es UPPERCUT
allemal...