UNMOORED – Indefinite Soul-Extension
Label: code666
Release: 27.10.2003
Von: Psycho
Punkte: 8,5
 

Hm, wieder mal so eine Band, von der ich vorher noch nie was gehört habe, obwohl sie bereits seit fast 10 Jahren aktiv ist. Seit 1999 sollen UNMOORED laut Info sogar schon zwei CDs veröffentlicht haben, allerdings auf dem doch sehr kleinen Pulverised-Label - sind mir damals wohl irgendwie durch die Lappen gegangen.

Das stellt sich jetzt als Nachteil heraus, denn so kann ich leider nicht beurteilen, ob die schwedische Band um Gitarrist und Sänger Christian Älvestam auch früher schon so geile Mucke fabriziert hat: Indefinite Soul-Extension hat nämlich fast alles, was zukünftige Death Metal-Klassiker brauchen. Angefangen von der räudigen, extrem wuchtigen Produktion, dem ansprechenden Cover (zum Glück ohne Klischees) bis hin zur absoluten Vollbedienung im musikalischen Bereich. Dort treffen nämlich gewaltige Riffs im Spannungsfeld zwischen Hypocrisy, Edge Of Sanity und leichten Black-Einflüssen auf einen höchst abwechslungsreichen Gesang, der mal böse grunzend, mal angenehm clean dargeboten wird. Ok, das habe ich jetzt fast wortwörtlich dem Labelinfo entnommen, aber zur Abwechslung stimmt das dort Geschriebene doch tatsächlich mal, und besser hätte ich es auch nicht formulieren können.

Nachdem der Opener Unspeakable Grief noch mit einer wütenden Blast Attacke beginnt, folgt danach treibender, leicht groovender Death Metal, bevor im Refrain melodisch, aber definitiv songdienlich und gekonnt an beste Dan Swanö-Zeiten erinnert wird. Ähnlich abwechslungsreich geht es dann nicht nur in diesem Stück, sondern auch bei den weiteren Tracks weiter, wobei die Kompositionen auf der einen Seite sehr variabel, auf der andern Seite aber sehr kompakt und eingängig gestaltet wurden. Da zeigt sich auf jeden Fall die jahrelange Erfahrung von UNMOORED, denn diese Mischung kriegt man so aus dem Stand wohl kaum richtig hin. Zwischendurch werden zudem immer wieder explosive Leadbreaks oder gelungene Akustikparts eingestreut, und auch vor dem gelegentlichen Einsatz anderen Instrumente (z.B. einer Geige(?) bei Leave-Taking) schreckt man nicht zurück.

Meist wird man aber doch von tonnenschweren Riffs, mal langsam, mal schnell gespielt, regelrecht niedergewalzt, was den Spaßfaktor von Stücken wie dem etwas gesetzteren Commit To Fire, dem etwas an modernen Black Metal erinnernden Cinders Veil, dem extrem abwechslungsreichen Phase Of Revulsion oder der atmosphärischen Abschlußballade Final State Part III (posthumous writings) extrem hoch ansiedelt, zumal man sich permanent an die Hochphase des anspruchsvollen, schwedischen Death Metal erinnert fühlt. Und wer die derzeit so angesagten Melodic Death Metal Bands allesamt als zu gleichförmig, langweilig und nicht hart genug empfindet, diesen Musikstil aber vom Prinzip her mag, der dürfte von Indefinite Soul-Extension erst recht begeistert sein...

Unmoored