| Hm,
wieder mal so eine Band, von der ich vorher noch nie was gehört
habe, obwohl sie bereits seit fast 10 Jahren aktiv ist. Seit 1999
sollen UNMOORED laut Info sogar schon zwei CDs
veröffentlicht haben, allerdings auf dem doch sehr kleinen
Pulverised-Label - sind mir damals wohl irgendwie durch die Lappen
gegangen.
Das
stellt sich jetzt als Nachteil heraus, denn so kann ich leider
nicht beurteilen, ob die schwedische Band um Gitarrist und Sänger
Christian Älvestam auch früher schon so geile Mucke
fabriziert hat: Indefinite Soul-Extension
hat nämlich fast alles, was zukünftige Death Metal-Klassiker
brauchen. Angefangen von der räudigen, extrem wuchtigen Produktion,
dem ansprechenden Cover (zum Glück ohne Klischees) bis hin
zur absoluten Vollbedienung im musikalischen Bereich. Dort treffen
nämlich gewaltige Riffs im Spannungsfeld zwischen Hypocrisy,
Edge Of Sanity und leichten Black-Einflüssen auf einen höchst
abwechslungsreichen Gesang, der mal böse grunzend, mal angenehm
clean dargeboten wird. Ok, das habe ich jetzt fast wortwörtlich
dem Labelinfo entnommen, aber zur Abwechslung stimmt das dort
Geschriebene doch tatsächlich mal, und besser hätte
ich es auch nicht formulieren können.
Nachdem
der Opener Unspeakable Grief noch mit einer wütenden
Blast Attacke beginnt, folgt danach treibender, leicht groovender
Death Metal, bevor im Refrain melodisch, aber definitiv songdienlich
und gekonnt an beste Dan Swanö-Zeiten erinnert wird. Ähnlich
abwechslungsreich geht es dann nicht nur in diesem Stück,
sondern auch bei den weiteren Tracks weiter, wobei die Kompositionen
auf der einen Seite sehr variabel, auf der andern Seite aber sehr
kompakt und eingängig gestaltet wurden. Da zeigt sich auf
jeden Fall die jahrelange Erfahrung von UNMOORED,
denn diese Mischung kriegt man so aus dem Stand wohl kaum richtig
hin. Zwischendurch werden zudem immer wieder explosive Leadbreaks
oder gelungene Akustikparts eingestreut, und auch vor dem gelegentlichen
Einsatz anderen Instrumente (z.B. einer Geige(?) bei Leave-Taking)
schreckt man nicht zurück.
Meist
wird man aber doch von tonnenschweren Riffs, mal langsam, mal
schnell gespielt, regelrecht niedergewalzt, was den Spaßfaktor
von Stücken wie dem etwas gesetzteren Commit To Fire,
dem etwas an modernen Black Metal erinnernden Cinders Veil,
dem extrem abwechslungsreichen Phase Of Revulsion oder
der atmosphärischen Abschlußballade Final State
Part III (posthumous writings) extrem hoch ansiedelt, zumal
man sich permanent an die Hochphase des anspruchsvollen, schwedischen
Death Metal erinnert fühlt. Und wer die derzeit so angesagten
Melodic Death Metal Bands allesamt als zu gleichförmig, langweilig
und nicht hart genug empfindet, diesen Musikstil aber vom Prinzip
her mag, der dürfte von Indefinite Soul-Extension
erst recht begeistert sein...
Unmoored |