UNEARTH – III: In The Eyes Of Fire

 
Label: Metal Blade
Release: 11.08.2006
Von: Psycho
Punkte: 8/10
Time: 44:01
Stil: Melodic Death Metal / Metalcore
URL: Unearth
 
Alles klar, die fünf Jungs von UNEARTH haben seit dem Erfolgsalbum The Oncoming Storm aus dem Jahre 2004 ihre Hausaufgaben auch weiterhin fleißig gemacht, die ganz klar im extensiven Hören alter At The Gates CD's bestanden haben.
Kaschiert nämlich der Opener This Glorious Nightmare diesen Einfluss noch mit einigen eingestreuten Stop-and-Go-Thematiken und begrenzten Core-Ausflügen, so zeigt das nachfolgende Giles als potentieller Hit ganz klar, wo hier der Hase im Pfeffer liegt! Wem The Great Dividers gefallen hat, der wird auch hier nicht still sitzen bleiben können.
Dabei legt das Quintett diesmal deutlich mehr Wert auf nachvollziehbareres Songwriting, was in diesem Fall bedeutet, dass reguläre Strophen-Refrain-Kombinationen zumindest so häufig auftauchen, dass sie tatsächlich auch als solche auffallen. Damit tat man sich früher doch eher schwer, wobei man aber immer noch abwechslungsreich genug geblieben ist, als dass hier irgend jemand berechtigter Weise „Schema F“ rufen könnte…
Keinen Zweifel gibt es jedoch an der absolut knackigen Produktion von Terry Date, den ich ja schon immer klasse fand. In der der ldt. Edition beiliegenden DVD wird erklärt, dass III: In The Eyes Of Fire ohne Mithilfe von Click-Tracks entstanden ist, was, neben den Songs, durchaus als weiteres Indiz für die musikalischen Fähigkeiten der Band dienen kann. Vor allem, wenn man sich dieses tighte und mächtig groovende Ergebnis anhört. Wobei ich auch bei UNEARTH, ähnlich wie bei der letzten Cataract CD, Schwierigkeiten habe, dass ganze nicht als reine (Death) Metal-Scheibe zu betrachten, denn bis auf einige Breaks sehe ich da ehrlich gesagt keine Unterschiede…
Ist aber irgendwie auch egal, denn geile Songs wie das bereits erwähnte Giles, das schnelle und krachige The Devil Has Risen, das fast schon an Arch Enemy erinnernde This Time Was Mine oder der leicht chaotische Thrasher Impostors Kingdom sind eine sichere Bank auf beinahe jeder Mosh- und Bang-Fläche auf dieser Welt. Was will man also mehr? Zumal die Band mit dem letzten Track Big Bear And The Hour Of Chaos beweist, dass sie auch mit einem Klavier interessante Sachen anstellen kann…
Scheint auf jeden Fall so, als ob hier der ganz große Durchbruch nicht mehr weit entfernt ist, alldieweil die auf der DVD enthaltenen vier Live Songs beweisen, dass UNEARTH auf ihren Konzerten trotz der übertriebenen Posen von Gitarrist Ken nichts anbrennen lassen. Und Spaß macht die CD trotz aller vorhandenen und offensichtlichen stilistischen Referenzen allemal, daher sind 8 Punkte wirklich mehr als verdient.