UNDIVINE – A Deceitful Calm

 
Label: Aural Offerings Records
Release: 30.05.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 37:06
Stil: Black/Death Metal
URL: Undivine
 
Ein paar Sekunden des genial treibenden Eröffnungsstückes My Silence genügen, und ich bin Feuer und Flamme für UNDIVINE!
In der Schnittmenge von Black und Death Metal toben sich die 4 Herren nach allen Regeln der nordischen Raserei aus und vereinen elegante Melodiebögen, dunkle Stimmgewalt und hymnenhafte Elemente zu einem tödlich gelungenen Cocktail. Reminiszenzen an Naglfar, Unanimated oder Necrophobic sind betreffend musikalischer Ausrichtung und atmosphärischer Gestaltung hör- und greifbar.
Ein paar Durchläufe braucht es schon, um gänzlich von UNDIVINE gefangen zu werden, denn so manche Melodie versteckt sich im dichten Sound. Herrliche Gitarrenläufe und dunkler Gesang prägen etwa …And The World Was War, welches geschickt das Tempo zu verschleppen vermag. Die Band agiert auch nie zu hektisch und vertraut auf ihre kompositorische Stärke, die Eingängigkeit mit teils hypnotischen Gesangslinien und flirrenden Gitarrenläufen kreuzt. Ein Höhepunkt erwartet uns an fünfter Stelle, namentlich Cold Dead Heart, das eine echte Bandhymne werden könnte. Vielschichtige Gitarrentürme und stampfendes Drumming werden jedem Metalfan enthusiastische Reaktionen entlocken. Überraschende Breaks und kaum merkbare Rhythmuswechsel sorgen für gerade richtig dosierte Abwechslung, zerstören aber nicht die Dynamik des Spannungsbogens. Für entspannendes Durchatmen eignet sich anschließend der ruhige Beginn von A Vision Undivine – doch die Ruhe vor dem Sturm währt nicht lange! Intensive Stimmen und eine akribisch ausgearbeitete Songstruktur lassen hier zum wiederholten Male eine kompositorische Perle entstehen. Den Abschluss von A Deceitful Calm bildet das unheimlich düstere Catholic, das eine beschwörend-finstere Stimmung erzeugt, die ihresgleichen sucht.
UNDIVINE zelebrieren ihre 8 musikalischen Kunststücke geradezu und versorgen den Hörer mit (leider nur) knapp 40 Minuten Qualität in sehr gutem Klanggewand – sie klingen zwar (noch) nicht so göttlich wie ihre ähnlich klingenden, oben genannten Vorbilder, doch sie befinden sich schon auf dem verdammt richtigen Weg!