UNDERTOW – 34CE
Label: Silverdust Records
Release: 02.06.2003
Von: Medion
Punkte: 8,5
 

"Let the music do the talking" meinen UNDERTOW in ihrem aktuellen Infosheet und wollen damit zeigen, dass man keine großartige Bandinfo oder Bandfotos braucht, um großartige Musik zu schreiben. Und Letzteres machen sie auch, egal ob nun das Drumherum für eine CD-Besprechung relevant sein soll oder nicht (Was, wenn man die Band nicht kennt, wie in diesem Fall?!?)
Hinter dem kryptischen Titel 34CE (Threeforce) verbirgt sich zugleich auch schon die Essenz des Deutschen Trios - Musik ohne viele Hilfsmittel, dafür mit viel Seele. Doom Metal beschreibt den Stil eigentlich nur unzureichend, vielleicht sollte man die Band als Verkörperung von Depressiv Metal bezeichnen? Ich weiß auch nicht so recht, doch eines steht fest: UNDERTOW gehen mit ihrem "Punk-Lineup" tiefgründiger als manch andere 6-Mann-Combo und verstehen es, in ihren Bann zu ziehen. Faszinierend insofern, weil sich doch immer wieder Schwachpunkte finden lassen, die mich jedoch nicht daran hindern, die CD ständig wieder von vorne abzuspielen. Anscheinend gehört eine gewisse Portion Unpoliertheit zur Aura UNDERTOWs und macht die Band dadurch erst sympathisch. Interessant vor allem die Stimme von Joachim Baschin, der mit seiner heiser/rauchigen Stimme dem Material das passende Underground-Feeling verpasst. Tracks wie 34CE oder Genderation leben schlichtweg von diesen Vocals, die weit davon entfernt sind, perfekt zu sein, jedoch dafür umso mehr Emotion spüren lassen. Doch trotz allen Lobes ist 34CE nicht makellos. Denn so mitreißend die meisten Tracks auch sind, so enttäuschend und unpassend wirken die beiden Trash-Kracher w.o.t. und Flashover, welche überhaupt nicht in das Konzept passen und eher den Eindruck von Zeitschindung erwecken, vor allem auch deswegen, weil sie qualitativ mit dem restlichen Material in keinerlei Hinsicht mithalten können. Schade irgendwie, das hätte nicht unbedingt sein müssen!
Nichtsdestotrotz möchte ich hier eine starke Empfehlung für all jene Aussprechen, die auch mit Bands wie Neurosis, Prong oder der ersten Life Of Agony was anfangen können.

PS: Vom Cover nicht abschrecken lassen ;)

Undertow