Erfreut
war ich ja nicht darüber, dass ich statt des heiß
ersehnten Debütalbums der deutschen Thrash Metal Band Unchained
das Erstlingswerk einer schwedischen Melodic Heavy Metal Combo
in meinem Briefkasten fand, doch trotz aller Befürchtungen
ist es nicht sooo übel wie erwartet. UNCHAINED
präsentieren sich als versierte Musiker, deren Kompositionen
ständig zwischen aggressiv und sehr verspielt hin und her
pendeln. Wichtigstes Trademark sind die Gitarren, die reichlich
nach Adrian Smith & Co. klingen. Auch der Sänger erinnert
immer wieder an Bruce Dickinson, was auch nicht unbedingt der
schlechteste Vergleich ist. Somit wäre auf diesem Album
eigentlich alles in bester Ordnung: super Melodien, super Sänger,
super Soli,… Der Grund dafür, dass ich mich trotz
allem nur schwer dazu durchringen kann, dieses Album anzuhören,
ist diese klebrige Austauschbarkeit, die den Stücken anhaftet.
Obwohl hier alles geboten wird, was das Heavy Metal-Herz begehrt,
plätschern die Songs einfach so an mir vorbei, ohne nachhaltigen
Eindruck zu hinterlassen. Es mangelt einfach an eigenen Ideen
und dem richtigen Kick, der einem ein Aha-Erlebnis verschafft.
Jetzt wisst ihr auch, warum es mit der Kritik so lange gedauert
hab, aber möglicherweise bin ja der einzige, der so über
diese Scheibe denkt. Normalerweise würde ich nun 6,5 Punkte
ausgeben, aber mit der wirklich tolle Ballade I Dream
haben sich UNCHAINED bei mir noch einen Extrapunkt
verdient.