ULVHEDIN – Pagan Manifest
 
Label: Einheit Produktionen
Release: 25.10.2004
Von: Dajana
Punkte: 7,5
Time: 42:09
Stil: Pagan/ Viking Metal
URL: Ulvhedin
 

4 Jahre hat es nun gedauert, bis das in 2000 geschriebene Debüt Pagan Manifest der Norweger Viking Metaller von ULVHEDIN zu Lob und Ehren kommt. Aber genauso lange lag die Band auf Eis, nachdem sie 1994 von John Lind (git, vox) und Helge Gårder (bass) gegründet wurde und erst 1998 zusammen mit Are Gjerde (drums, synth) und Sigvald Carr (vocals) wieder zu neuem Leben erweckt und das Demo Gnipahellir aufgenommen wurde. Ich hoffe, die Jungs behalten diesen Rhythmus nicht bei, sonst müssten wir lange auf einen Nachfolger zu Pagan Manifest warten und das wäre verdammt schade ...
Denn all die überschwänglichen Worte, mit denen dieses Album bisher bedacht wurde, sind zutreffend! Aus dem selben Örtchen stammend, wie einst Enslaved , Einherjer und Thundra, bewegt man sich nahezu in gleichen Gefilden und steht auch handwerklich den Vorbildern in nichts nach. Pagan Manifest – der Titel ist Programm – ist eine midtempolastige Perle nordischer Viking Metal Kunst. Die Geschwindigkeit wird bestenfalls hier und da ein bisschen angezogen, um ein bisschen Bewegung hineinzubringen. Opener Element Of Sorrow tangiert sogar Doom Bereiche. Treibende Riffs und sinnvoll gesetzte Break geben Abwechslung und animieren zum bangen, während man beim Gesang im Zwischenspiel zwischen klarer Stimme und Black Metal Gekreische Kontraste setzt. Songs wie Maanelus, Where The Spirits Gather und Echo Of The Goddesses Voices (grandioser Song) erinnern mich stilistisch an Thy Serpent, ein Vergleich, der mir ständig in den Sinn kommt, schon wegen der Gitarrenarbeit und weil die Musik von ULVHEDIN ähnlich düster, kalt, melodisch und sehr atmosphärisch ist.
Manche Tracks wirken allerdings streckenweise etwas langatmig und können das hohe Niveau nicht durchgängig halten. Das ist aber nix, woran man sich aufhängen müsste. Einzig nörgeln möchte ich über die graphische Gestaltung, denn graue Schrift auf grauen Untergrund lässt sich nicht besonders gut lesen, insbesondere, wenn man eine verschnörkelte Schrift benutzt. Auch bei dem Bandfoto hätte ich mir mehr Kreativität erwartet, wo man in Norwegen grandiose Kulissen frei Haus geliefert bekommt.
Insgesamt jedoch ist Pagan Manifest ein hervorragend gelungenes Debüt Album, das sich schnell in der Szene behaupten und im oberen Bereich festsetzen wird. Und es weckt große Hoffnungen, bald einen würdigen Nachfolger von Thy Serpent zu bekommen ... meiner Meinung nach ... man darf in jedem Fall gespannt sein!