4 Jahre
hat es nun gedauert, bis das in 2000 geschriebene Debüt
Pagan Manifest der Norweger Viking
Metaller von ULVHEDIN zu Lob und Ehren kommt.
Aber genauso lange lag die Band auf Eis, nachdem sie 1994 von
John Lind (git, vox) und Helge Gårder (bass) gegründet
wurde und erst 1998 zusammen mit Are Gjerde (drums, synth) und
Sigvald Carr (vocals) wieder zu neuem Leben erweckt und das
Demo Gnipahellir aufgenommen wurde.
Ich hoffe, die Jungs behalten diesen Rhythmus nicht bei, sonst
müssten wir lange auf einen Nachfolger zu Pagan
Manifest warten und das wäre verdammt schade
...
Denn all die überschwänglichen Worte, mit denen dieses
Album bisher bedacht wurde, sind zutreffend! Aus dem selben
Örtchen stammend, wie einst Enslaved , Einherjer und Thundra,
bewegt man sich nahezu in gleichen Gefilden und steht auch handwerklich
den Vorbildern in nichts nach. Pagan Manifest
– der Titel ist Programm – ist eine midtempolastige
Perle nordischer Viking Metal Kunst. Die Geschwindigkeit wird
bestenfalls hier und da ein bisschen angezogen, um ein bisschen
Bewegung hineinzubringen. Opener Element Of Sorrow
tangiert sogar Doom Bereiche. Treibende Riffs und sinnvoll gesetzte
Break geben Abwechslung und animieren zum bangen, während
man beim Gesang im Zwischenspiel zwischen klarer Stimme und
Black Metal Gekreische Kontraste setzt. Songs wie Maanelus,
Where The Spirits Gather und Echo Of The Goddesses
Voices (grandioser Song) erinnern mich stilistisch an Thy
Serpent, ein Vergleich, der mir ständig in den Sinn kommt,
schon wegen der Gitarrenarbeit und weil die Musik von ULVHEDIN
ähnlich düster, kalt, melodisch und sehr atmosphärisch
ist.
Manche Tracks wirken allerdings streckenweise etwas langatmig
und können das hohe Niveau nicht durchgängig halten.
Das ist aber nix, woran man sich aufhängen müsste.
Einzig nörgeln möchte ich über die graphische
Gestaltung, denn graue Schrift auf grauen Untergrund lässt
sich nicht besonders gut lesen, insbesondere, wenn man eine
verschnörkelte Schrift benutzt. Auch bei dem Bandfoto hätte
ich mir mehr Kreativität erwartet, wo man in Norwegen grandiose
Kulissen frei Haus geliefert bekommt.
Insgesamt jedoch ist Pagan Manifest
ein hervorragend gelungenes Debüt Album, das sich schnell
in der Szene behaupten und im oberen Bereich festsetzen wird.
Und es weckt große Hoffnungen, bald einen würdigen
Nachfolger von Thy Serpent zu bekommen ... meiner Meinung nach
... man darf in jedem Fall gespannt sein!