UHRILEHTO – Ihmisvihan Eliitti

 
Label: Schwarzdorn Productions
Release: 02.12.2005
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 44:31
Stil: Black Metal
URL: Uhrilehto
 

Hoppala, die kurzen Geschosse von UHRILEHTO hauen ja mächtig rein und geben Gas ohne Ende! Intensität wird im Hause der beständigen Finnen auf deren vierten Album groß geschrieben. Wie eine schnelle Variante ihrer Landsleute Ajattara verwöhnen UHRILEHTO das dem Black Metal wohlwollende Ohr, das es auch mal etwas langsamer und bedächtiger mag. Mächtig wie ein Lavastrom klingen die verschleppten Rhythmen und die finnische Sprache passt sich der düsteren Aura perfekt an. Pechschwarz fließen die Songs auf gleich bleibendem Qualitätslevel dahin. Das homogene Gesamtbild ist ein großer Pluspunkt von Ihmisvihan Eliitti, schwächere Tracks oder Ausfälle sind nicht zu finden.
Hin und wieder gibt es kleine Überraschungen zu entdecken, wie etwa die kurze jazzige Einlage in Kolmen Minuutin Armopala oder den Stereo-Effekt in Huoranpenikat Ja Huijarikuninkaat; manchmal scheint eine rockige Ausrichtung durch, schon allein durch die kurze Spieldauer der einzelnen Lieder, die selten die 4 Minuten Marke überspringt. Die Struktur der Kompositionen ist trotzdem recht komplex und von komplizierten Rhythmen geprägt, wie das von ständigen Taktwechseln durchzogene Vitutuksen Viitoittama Vuosikymmen zeigt. UHRILEHTO haben mit Ihmisvihan Eliitti also ein Werk erschaffen, das einerseits eingängige, fast rockig zu nennende Songs bietet, auf der anderen Seite aber ebenso den nötigen Tiefgang besitzt, um den Hörer zu fordern. Ich persönlich bin den schwer dahinwalzenden Songs und schleppenden Teilen sehr zugetan. Diese langsameren Passagen brauchen ihrerseits die pfeilschnellen Kontraste, um die richtige Wirkung zu entfalten. Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass durch die Kürze der Lieder in wenige Minuten zu viel hineingepackt wird. Manche Idee wirkt so unvollendet und hätte ruhig noch ein Weilchen zur Entfaltung dahin fließen sollen. Meistens gilt aber das Sprichwort „In der Kürze liegt die Würze“ – nur das Ende des Albums fällt komplett aus dem Rahmen. Über nahezu 14 Minuten erstreckt sich Amputoitu Yhteiskunta/Maailma Vailla Raajoja, das völlig untypisch verspielt beginnt, einige Minuten entspannt seine Kreise zieht und sich langsam aber stetig steigert, unterlegt von schwerfällig stampfenden Drums und einer hasserfüllten Stimme, die im Mittelteil bedrohlich beschwörende Nuancen zeigt. Die Gitarrenriffs erzeugen eine treibende, mitreißende Stimmung, ein Break nimmt das Tempo wieder völlig raus, – gleich einem dösenden Tier kurz vor dem Erwachen der Jagdlust. Das Tempo steigert sich wieder kontinuierlich und so geht es einem furiosen Finale entgegen, die Gänsehaut kriecht langsam über den ganzen Körper; ständig neue Überraschungen erwartend kann dieser Song ganz und gar fesseln und in einen Strom der Gefühle mitreißen. Ein würdiger Abschluss eines aufwühlenden Albums, das sowohl Eingängigkeit als Trumpf ausspielen kann, doch auch eine eingehende Beschäftigung fordert.