Als
mir diese CD ins Haus flatterte, bekam ich nach dem Ansehen
der Rückseite gleich mal einen gehörigen Schock. Der Grund
war der massive Bartausbruch bei Gitarrenvirtuose Michael
Schenker, hatte ich doch den guten Mann als Gitaristen der
Scorpions in Erinnerung. Nach einer kurzen Überlegung wurde
mir allerdings schnell klar, dass bei Letzteren doch sein
Bruder Rudolf Schenker die 6 Saiten bearbeitet. Peinlich,
doch nicht ganz, könnte man sagen, denn auch Michael Schenker
war für einen Zeitraum von etwa 5 Jahren in diese Band involviert.
Da es schon mehr als 20 Jahre her ist, lassen wir das mal
beiseite.
An der letztgenannten Tatsache kann man aber schon erkennen,
das dieses Herren keine Newcomer mehr sind, sondern alteingesessene
Rocker mit Metal im Blut. Auch wenn die Mannen schon alle
weit über 40 sind, rocken können sie immer noch, und das nicht
zu knapp! Mit der Traumbesetzung von Phil Mogg am Gesang,
Pete Way am Bass, Aynsley Dunbar an den Schlagtöpfen und natürlich
Mastermind Michael Schenker an der Gitarre, kann man allerdings
auch nicht viel falsch machen...
Viele meinen auch, das es die einzig richtige Besetzung ist
und alles Andere nur ein müder Abklatsch dieser Besetzung.
Eine Band mit soviel Erfahrung kann nach all den Jahren immer
noch überzeugen, was sie auch auf ihrem neuesten Album Sharks
beweisen. Die Aufmachung der CD ist, wie nicht anders zu erwarten,
erste Klasse und passt auch zur druckvollen Produktion, die
der Musik den nötigen Hinterhalt gibt.
Hier wird 60er und 70er Jahre beeinflusster Hard Rock gespielt,
der auch heute noch zu begeistern weiß. Die meisten Riffs
sind eher simple gehalten, denn die Stärken in Schenkers Spiel
hört man spätestens bei den Solis heraus, die für heutige
Verhältnisse ein wenig störend sind. Profilieren muss sich
Herr Schenker zwar nicht mehr und es war auch damals so üblich
zu zeigen was man konnte, aber meiner Meinung nach, ist das
heutzutage nicht mehr zeitgemäß, denn die Solos werden heutzutage
eher in den Gesamtsound integriert und nicht eigenständig
behandelt. Da das aber auch ein Merkmal dieser Musik ist,
kann man drüber hinweg sehen... Moggs Vokals sind ebenfalls
recht einfach gehalten, vom lyrischen Inhalt her, ebenso von
den verwendeten Tonlagen, was aber auf keinen Fall störend
wirkt, sondern die Musik in ihrer Einfachheit nur unterstützt
und zum guten Gesamteindruck beiträgt. Der einzige Kritikpunkt,
der zu verbuchen ist, liegt an der insgesamt etwas veralteten
Spielweise, denn großartige Neuerungen sind hier nicht zu
vermerken. Die Frage ist natürlich auch, ob das die Fans das
überhaupt wollen...
Fazit:
Bestens geeignet um in Nostalgie zu schwelgen.