UFO Sharks

 
Label: SPV/Steamhammer
Release: 02.09.2002
Von: Lord Byron
Punkte: 8/10
Time: 49:39
Stil: Hard Rock
URL: UFO
 

Als mir diese CD ins Haus flatterte, bekam ich nach dem Ansehen der Rückseite gleich mal einen gehörigen Schock. Der Grund war der massive Bartausbruch bei Gitarrenvirtuose Michael Schenker, hatte ich doch den guten Mann als Gitaristen der Scorpions in Erinnerung. Nach einer kurzen Überlegung wurde mir allerdings schnell klar, dass bei Letzteren doch sein Bruder Rudolf Schenker die 6 Saiten bearbeitet. Peinlich, doch nicht ganz, könnte man sagen, denn auch Michael Schenker war für einen Zeitraum von etwa 5 Jahren in diese Band involviert. Da es schon mehr als 20 Jahre her ist, lassen wir das mal beiseite.
An der letztgenannten Tatsache kann man aber schon erkennen, das dieses Herren keine Newcomer mehr sind, sondern alteingesessene Rocker mit Metal im Blut. Auch wenn die Mannen schon alle weit über 40 sind, rocken können sie immer noch, und das nicht zu knapp! Mit der Traumbesetzung von Phil Mogg am Gesang, Pete Way am Bass, Aynsley Dunbar an den Schlagtöpfen und natürlich Mastermind Michael Schenker an der Gitarre, kann man allerdings auch nicht viel falsch machen...
Viele meinen auch, das es die einzig richtige Besetzung ist und alles Andere nur ein müder Abklatsch dieser Besetzung. Eine Band mit soviel Erfahrung kann nach all den Jahren immer noch überzeugen, was sie auch auf ihrem neuesten Album Sharks beweisen. Die Aufmachung der CD ist, wie nicht anders zu erwarten, erste Klasse und passt auch zur druckvollen Produktion, die der Musik den nötigen Hinterhalt gibt.
Hier wird 60er und 70er Jahre beeinflusster Hard Rock gespielt, der auch heute noch zu begeistern weiß. Die meisten Riffs sind eher simple gehalten, denn die Stärken in Schenkers Spiel hört man spätestens bei den Solis heraus, die für heutige Verhältnisse ein wenig störend sind. Profilieren muss sich Herr Schenker zwar nicht mehr und es war auch damals so üblich zu zeigen was man konnte, aber meiner Meinung nach, ist das heutzutage nicht mehr zeitgemäß, denn die Solos werden heutzutage eher in den Gesamtsound integriert und nicht eigenständig behandelt. Da das aber auch ein Merkmal dieser Musik ist, kann man drüber hinweg sehen... Moggs Vokals sind ebenfalls recht einfach gehalten, vom lyrischen Inhalt her, ebenso von den verwendeten Tonlagen, was aber auf keinen Fall störend wirkt, sondern die Musik in ihrer Einfachheit nur unterstützt und zum guten Gesamteindruck beiträgt. Der einzige Kritikpunkt, der zu verbuchen ist, liegt an der insgesamt etwas veralteten Spielweise, denn großartige Neuerungen sind hier nicht zu vermerken. Die Frage ist natürlich auch, ob das die Fans das überhaupt wollen...

Fazit: Bestens geeignet um in Nostalgie zu schwelgen.