UEICKAP – Stereotyped

 
Label: UCK Records
Release: 11.01.2006
Von: Dusk
Punkte: 8/10
Time: 52:13
Stil: Rock
URL: Ueickap
 
UEICKAP – ausgesprochen wie "wake up" (darauf muss man mal kommen) – nie gehört? Ich auch nicht. Die Band aus Süditalien besticht allerdings durch eine überraschend akzentfreie Sängerin, die außerdem ein aussagekräftiges Organ hat.
Was wird gespielt: meist Heavy Rock mit modernem Feeling und durchwegs guten musikalischen Leistungen, besonders was die Gitarrenarbeit und bei manchen Stücken auch den Bass angeht.
Ein etwas wunderlich anmutendes Intro namens Waterphonics leitet das Album Stereotyped ein. Das erste Stück mit Stimme (Stereotype) bleibt recht bald im Ohr, allerdings nicht weil es eine einfache Melodie zum Miträllern hätte, sondern weil es schlichtweg interessant in der Gesamtkomposition klingt (Gitarren, Stimme). Hier sticht der Bass erstmals hervor und trägt wesentlich dazu bei, dass dem an sich simplen Song ein gewisses Etwas verliehen wird.
Die Stimme der Sängerin Irene Fraccavento gehört zur angenehmen Sorte, was mich positiv überrascht (ich hab's ja nicht so mit den weiblichen Stimmen). Kräftig und doch mit vielen Nuancen angereichert besingt sie die Thematik auf Stereotype.
Ab und an reichert sie die Songs punktuell mit einer besonderen Stimmtechnik an (Sometimes, Stereotype, You Against Yourself).
Das nächste Stück Noiselessness hängt sich qualitativ gleich an Stereotype an – eine fließende Melodieführung sowohl bei den Instrumenten als auch in der Stimme ohne übertrieben zu wirken; eine gute Leistung der Instrumentalisten, der Song ist eingängig ohne ausgeprägtem Seichtheitsfaktor.
Thank You For Nothing ist zwar eine stinknormale Ballade ohne irgendeine musikalische Besonderheit, jedoch rettet die kräftige, klare und kontrollierte Stimme der Frontfrau den Song vor absoluter Belanglosigkeit. Das Klavier in T.O.Y. verleiht dem Stück eine gewisse Bodenständigkeit, ein Rocksong! Turn It Up (Slip Away) ist besonders groovig, weil extrem bass-lastig: hier darf Davide Santo mal zeigen, dass er auch des Slappens mächtig ist. My Condition fängt sehr dynamisch an und behält dieses Flair auch bis zum Ende bei. Ein wirklich schönes Gitarrensolo bereichert das Stück zusätzlich.
Mitunter verläuft sich das Album ein wenig, vor allem was den Ideenpool angeht, aber prinzipiell liegt man weit im grünen Bereich. Vielleicht ist genau dieser Punkt auch mit ein Grund, weshalb Stereotyped einen sehr schönen Nachgeschmack hinterlässt.
Zuletzt haben UEICKAP nochmals Noiselessness auf die CD gepackt, allerdings als Akustik-Version, mit vielen verspielten Soli und Zwischenspielen, die völlig anderer Natur sind als beim rockigen Zwilling. Dabei erhält der Song eine völlig andere Färbung und wirkt auch anders, mehr wie ein Abschiedslied. Eine echte Variation des Stücks also.
Nun, dies ist auch das Ende des Albums, das ohne Zweifel über dem Durchschnitt liegt. Eine saubere Produktion, viele instrumentelle Einschübe und "Kleinigkeiten"; dieses Album ist etwas zum Genießen.