THE WANDERING MIDGET – The Serpent Coven

 
Label: Northern Silence Production
Release: 10.10.2008
Von: Joking
Punkte: 7.5/10
Time: 54:26
Stil: Doom Metal
URL: The Wandering Midget
 
Northern Silence Production/Eyes Like Snow haben ein Herz für Doom Metaller. Neben den ebenfalls sehr guten Apostles Of Solitude (siehe Review an entsprechender Stelle) bringt das Label auch die aktuelle CD der Band mit dem ziemlich drolligen Namen THE WANDERING MIDGET heraus. Nach dem Demo First Encounter, der MCD I Am The Gate (bzw. der 54-minütigem Kompilation der beiden Kurzwerke unter dem Titel I Am The Gate) ist The Serpent Coven der erste Longplayer der finnischen Musiker. Und was I Am The Gate bereits vermuten ließ, zeigt der „Schlangenzirkel“ über die gesamte Laufzeit. Nach dem kurzen instrumentalen Einstieg Pillars Of Sapiris wird auf fünf ausufernden Stücken, zwischen acht und knapp vierzehn Minuten lang, bleischwerer Doom Metal zelebriert. Manchmal wird es zwar filigran, wie im längsten Song The Family Curse, aber meist rollen schwere Riffs in gemäßigtem Tempo aus den Boxen. Freimütig bekennen sich THE WANDERING MIDGET zum klassischen Doom mit psychedelischen Einflüssen und Einsprengseln, die ihren Ursprung im Heavy Progressiv Rock der frühen 70er haben. Das macht sich auch im leicht verwaschenen, flachen Sound bemerkbar, einem akustische Äquivalent zu einer Tarantino/ Rodriguez „Grindhouse“-Produktion. Black Sabbath in ihren getragenen Momenten lassen ebenso grüßen, wie Danzig, wobei der anscheinend leidgeprüfte Sänger Samuel Wormius nicht ganz die emotionale Tiefe Glenn Danzigs erreicht, seine Sache aber respektabel hinbekommt. Manchmal, wenn ein Song kurz vor der Eruption steht – die dann aber nicht erfolgt, sondern wieder in einen trägen Fluss glühender Lava zurückschwappt – werden sogar Erinnerungen an die Stooges wach. Ein nahezu perfekter Soundtrack für nebelverhangene Herbstnächte, lediglich im Mittelteil zieht sich vor allem The Thing From The Black Reef etwas zu lang hin. Insgesamt besitzt der „wandernde Zwerg“ genügend Power und melodische Vielfalt innerhalb des abgesteckten Rahmens um The Serpent Coven zu einer empfehlenswerten Angelegenheit, besonders für düstere und melancholische Hörreisen, werden lässt.