TROLLECH – Skryti V Mlze

 
Label: Ketzer Records
Release: 30.05.2006
Von: Seb
Punkte: 8.5 /10
Time: 40:39
Stil: Black Metal
URL: Trollech
 
Stumpf ist Trumpf? fragte ich mich, nachdem die ersten paar Sekunden der neuen TROLLECH aus den Boxen geballert kamen… wurde dann aber im Laufe des Albums mit dem hierzulande unaussprechlichen Namen Skryti V Mlze eines Besseren belehrt. Allerdings dauert es schon ein leicht die Geduld strapazierendes Weilchen, bis TROLLECH sich bequemen, das von Bands wie Dark Funeral oder Marduk abgeguckte, dennoch maximal durchschnittliche Anfangsgeprügel abzustellen, und stattdessen zu dem überzugehen, was sie selber „Forest Black Metal“ nennen. Nur am Rande: TROLLECH stellen sich auf Bandfotos auch genau dem Namen und der selbstgewählten Genrebezeichnung nach wüst kostümiert und bemalt inmitten von urwüchsigen Wäldern oder auch mal in einem Tümpel stehend dar, aber irgendwie haben sie zumindest bei mir das Ziel bedrohlich oder finster zu wirken, verfehlt. Ich finde das sieht eher ulkig bzw. niedlich aus ;)
Zurück zum Forest Black Metal: Dabei wird ein im Vergleich zum Anfang deutlich reduziertes Tempo vorgegeben, und wesentlich mehr Wert auf Melodie und folkloristische Einflüsse gelegt, wenn auch nach wie vor ordentlich der Knüppel geschwungen wird. Besonders die zweite Hälfte des Albums vermag dabei zu überzeugen, da dort Stücke stumpfer Machart, wie sie zu Beginn von Skryti V Mlze anzutreffen sind, völlige Fehlanzeige sind. Hier scheinen unter anderem Bands wie Bathory oder auch mal wieder Windir Pate gestanden zu haben, zumindest kommen einem diese beiden Bands regelmäßig wieder in den Sinn, wenn man sich die epischen, teils ausufernden Melodien und Akustikparts anhört. Geschickt variieren TROLLECH dabei immer wieder das Tempo. Einer treibenden Nummer wie Ljesi mit seinem mitreißenden Riffing im Mittelteil folgt mit Z Kotle Popijej eine stimmungsmäßig fast ausgelassene, gemäßigte Nummer, bevor dann im nächsten Song wieder der mit Melodie umwickelte Vorschlaghammer ausgepackt wird. Am besten jedoch gefällt mir der epische und mit knapp sieben Minuten längste Track Vsem Bude Skryto Tajemstvi, in dem mit den bereits erwähnten Stilmitteln auch nochwunderschöne Gitarrensoli verknüpft werden. Zu der Musik passt auch der im wahrsten Sinne trollige Gesang, bei dem man sich ausschließlich der tschechischen Sprache bedient.
Was man zudem noch erwähnen muss, ist die astreinen Produktion, die qualitativ Meilen über den vorherigen Veröffentlichungen rangiert. Und selbstverständlich haben TROLLECH auch die Verpflichtung eines menschlichen Drummers mehr als gut getan.
Ein sehr abwechslungsreiches Werk mit hohem Unterhaltungswert, wegen mir hätten sich TROLLECH aber auch gerne noch stärker auf ihre, meiner Ansicht nach eher im Pagan- denn im Old-School-Bereich liegenden Stärken, konzentrieren können, denn der zweite Teil der Platte ist einfach großartig.