Stumpf
ist Trumpf? fragte ich mich, nachdem die ersten paar Sekunden
der neuen TROLLECH aus den Boxen geballert
kamen… wurde dann aber im Laufe des Albums mit dem hierzulande
unaussprechlichen Namen Skryti V Mlze
eines Besseren belehrt. Allerdings dauert es schon ein leicht
die Geduld strapazierendes Weilchen, bis TROLLECH
sich bequemen, das von Bands wie Dark Funeral oder Marduk abgeguckte,
dennoch maximal durchschnittliche Anfangsgeprügel abzustellen,
und stattdessen zu dem überzugehen, was sie selber „Forest
Black Metal“ nennen. Nur am Rande: TROLLECH
stellen sich auf Bandfotos auch genau dem Namen und der selbstgewählten
Genrebezeichnung nach wüst kostümiert und bemalt inmitten
von urwüchsigen Wäldern oder auch mal in einem Tümpel
stehend dar, aber irgendwie haben sie zumindest bei mir das
Ziel bedrohlich oder finster zu wirken, verfehlt. Ich finde
das sieht eher ulkig bzw. niedlich aus ;)
Zurück zum Forest Black Metal: Dabei wird ein im Vergleich
zum Anfang deutlich reduziertes Tempo vorgegeben, und wesentlich
mehr Wert auf Melodie und folkloristische Einflüsse gelegt,
wenn auch nach wie vor ordentlich der Knüppel geschwungen
wird. Besonders die zweite Hälfte des Albums vermag dabei
zu überzeugen, da dort Stücke stumpfer Machart, wie
sie zu Beginn von Skryti V Mlze anzutreffen
sind, völlige Fehlanzeige sind. Hier scheinen unter anderem
Bands wie Bathory oder auch mal wieder Windir Pate gestanden
zu haben, zumindest kommen einem diese beiden Bands regelmäßig
wieder in den Sinn, wenn man sich die epischen, teils ausufernden
Melodien und Akustikparts anhört. Geschickt variieren TROLLECH
dabei immer wieder das Tempo. Einer treibenden Nummer wie Ljesi
mit seinem mitreißenden Riffing im Mittelteil folgt mit
Z Kotle Popijej eine stimmungsmäßig fast
ausgelassene, gemäßigte Nummer, bevor dann im nächsten
Song wieder der mit Melodie umwickelte Vorschlaghammer ausgepackt
wird. Am besten jedoch gefällt mir der epische und mit
knapp sieben Minuten längste Track Vsem Bude Skryto
Tajemstvi, in dem mit den bereits erwähnten Stilmitteln
auch nochwunderschöne Gitarrensoli verknüpft werden.
Zu der Musik passt auch der im wahrsten Sinne trollige Gesang,
bei dem man sich ausschließlich der tschechischen Sprache
bedient.
Was man zudem noch erwähnen muss, ist die astreinen Produktion,
die qualitativ Meilen über den vorherigen Veröffentlichungen
rangiert. Und selbstverständlich haben TROLLECH
auch die Verpflichtung eines menschlichen Drummers mehr als
gut getan.
Ein sehr abwechslungsreiches Werk mit hohem Unterhaltungswert,
wegen mir hätten sich TROLLECH aber auch
gerne noch stärker auf ihre, meiner Ansicht nach eher im
Pagan- denn im Old-School-Bereich liegenden Stärken, konzentrieren
können, denn der zweite Teil der Platte ist einfach großartig.