TOTALSELFHATRED
- laut Info keine Band, die angesichts der unerträglichen
Leichtigkeit des Seins in Selbstmitleid ertrinkt, sondern sich
auf der Suche befindet, niemals ruht.
Diese Suche geht dabei relativ gemächlich vonstatten. Überwiegend
im Midtempo werden die sieben atmosphärisch ungemein dichten
Songs dargeboten. Dabei verstehen es die Finnen, den Zuhörer
knapp über eine dreiviertel Stunde in einen nahezu hypnotischen
Zustand zu versetzen. Das ist bei derart depressiver Mucke aber
nicht immer leicht verdaulich. Das Gesangsduo A. und C. kreischt
sich dabei gekonnt durch die Prärie, einen Wiedererkennungswert
bei den Stimmen sucht man dabei vergebens.
Die Krux von Totalselfhatred setzt sich letztendlich
aus bereits genanntem zusammen. Atmosphärisch dichte Songs
zu schreiben ist eine feine Sache, dabei aber größtenteils
nach Schema F vorzugehen, ist auf Dauer langweilig. Es fehlt
der Band definitiv an zündenden Ideen. Die Vocals unterstreichen
diesen Eindruck genauso wie die flächigen 08/15 Keyboardsounds
und die Gothic-mäßigen Klavier- und Streichersounds.
Richtig fein wird’s, wenn TOTALSELFHATRED mal das
Gaspedal richtig durchtreten und wie in Spirituelles Equilibrium
auch mal tief und klar gesungen wird oder man mit überraschenden
Tonartwechseln aufwartet. Besagter Song ist daher auch als absolutes
Albumshighlight anzusehen.
Hin und wieder erinnert der Sound gar an Katatonia zu seligen
Brave Murder Day Zeiten, nur eine Ecke finsterer (Mighty
Black Dimensions – sehr cooler, clean gesungener Kehrvers
übrigens!).
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Finnen mit dem vorliegenden
Release die Black Metal Szene sicherlich nicht revolutionieren
werden und es wahrscheinlich auch gar nicht wollten. Für
einen atmosphärischen Trip größtenteils im Bummeltempo
eignet sich die Scheibe aber prima und angesichts der zahlreichen
ausbaubaren Ansätze sind sieben Punkte durchaus gerechtfertigt.