Ihr
kennt THE LUCIFER PRINCIPLE bisher nur durch
das gleichnamige Buch von Howard Bloom? Dann bitte mal schön
die Ohren spitzen! Das Buch beschreibt den Ursprung der menschlichen
Natur, in der Gewalt und „das Böse“ Hauptbestandteile
sind. Fünf Holländer nutzen dies für sich als
Quelle und zaubern daraus ein absolut kraftvolles Death Metal
Gebräu. Wir reden bei Pitch Black Dawn
über das Debüt-Album der Combo. Vorausschicken will
ich noch, dass sie es mit ihren beiden Demos seit der Zündung
in 2004 zu Gigs mit Napalm Death, Obituary, Devildriver oder
Holy Moses brachten. Respekt! Und das zu Recht wie Pitch
Black Dawn eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird komplexer, bis ins
Detail durchdachter Death Metal geboten, der sich deutlich von
der breiten Masse abhebt. Hat man bei dem mit einer ordentlichen
Rock’n Roll Note versehenen Opener The Pitch Black
Dawn noch den Eindruck, dass es sich hier um die Brüder
von Six Feet Under handelt, wandelt sich das Bild bereits bei
Into Decay, ein mit variablen Riffing und Drumming
versehener Death Metal Brecher. Durch das vielfältige Spiel
und den unterschiedlichen Geschwindigkeiten mutiert der Song
zu einer wahren Abrissbirne. Was jetzt folgt ist absolut genial:
Soul Saviour Throat Cut ist ein fetter Thrasher eingebettet
im Death Metal. Fängt der Song harmlos an, so baut er sich
bis zur Minute Fünfzig nach und nach Death Metal geprägt
auf, bevor der Song geradeaus durch Fleisch und Knochen abgeht.
Da bleibt kein Nackenmuskel ruhig! Hört euch das Solo-Gewitter
an, fantastisch! Der Song ist ne glatte 10! Feeding The
Land Of The Dead wiederum erinnert mich mit seinem Riffing
an melodiöse Dismember Hits. Bei Down werden erstmals
neben dem bisher brachialen, druckvollen Gesang eine zweite
Stimme und verstärkt Heavy Metal Elemente in das Death
Metal Gewand eingearbeitet. Fünf Songs – fünf
Eindrücke. Und doch ist das Gesamtbild absolut rund, denn
die Death Metal Basis wird immer nur um die genannten Nuancen
ergänzt. Spätestens beim letzten Song Burn
sollte es dann auffallen: THE LUCIFER PRINCIPLE
nutzen keinen herkömmlichen E-Bass sondern zocken die Scheibe
mit Mike Grunwald am Kontrabass runter. Fazit: Jeder Song ist
ein kleines Highlight für sich und zusammen mit der glasklaren
und mächtigen Produktion ist Pitch Black Dawn
die erste dicke Überraschung in 2008!