TIMEMAGE – Nightmares

 
Label: Eigenproduktion
Release: Juli 2006
Von: Psycho
Punkte: 6.5/10
Time: 56:00
Stil: Progressive Gothic Metal
URL: Timemage
 
Bei TIMEMAGE scheint es sich, dem Text des Infos nach zu urteilen, um eine Art Soloprojekt mit Anhang zu handeln. Auf jeden vermittelt man den Eindruck einer munteren Schar von Individualisten, die Bandgründer Stefan Schenkel um sich herum versammelt hat, um im (bandeigenen?) Schlafzimmer seine musikalischen Visionen umzusetzen. Und irgendwie hatte ich beim Lesen den Eindruck, als ob man schon von vorneherein davon ausgeht, dass das Ergebnis nur wenigen Leuten gefallen wird, man damit aber ganz gut leben kann. Dagegen sprechen natürlich die durchaus mit Geschick gewählten Ausführungen im Info und die Mühe, die sichtbar in der Gestaltung der CD (professionelles Layout, fettes Booklet) steckt.
Trotzdem: so ähnlich ist es dann ehrlich gesagt auch mir ergangen. Das Grundgerüst von Nightmares bildet aus meiner Sicht eine Melange aus Gothic und Power Metal mit einer ganzen Anzahl progressiver Versatzstücke, so dass man letztendlich von Klassik über Jazz bis hin zu derben Death Metal mit allem rechnen sollte. Expect the unexpected quasi… Das funktioniert am Anfang der CD bei Tracks wie dem mich irgendwie an Die Krupps erinnernde Duality Of Minds, dem Klavier-lastigen Utopian Wilderness oder dem harten Nights Of Inguma noch ganz gut, so ca. ab der Mitte der CD und dann bis zum Ende hin mehreren sich jedoch zumindest bei mir die Momente, wo ich aufgrund des Gebotenen einfach weiterskippen muss. Da ist z.B. der zu dudeligen Mittelteil des an sich guten Born To Be, während z.B. bei Oceans On Fire die schwülstigen Klassik-Arrangements einfach nicht so recht funktionieren wollen. Spätestens ab dem achten Track When The Last Dream Dies kann ich mir auch den vor allem im cleanen Bereich einfach zu schlecht intonierten männlichen Gesang nicht mehr anhören, der hier wirklich eine ganze Menge kaputt macht. Die Produktion ist auf Demo-Niveau angesiedelt, nichts besonderes, aber es wird ausreichend Druck erzeugt und man hört alles raus. Was will man da mehr?
Insgesamt also ein durchwachsenes Werk einer mit an sich erfreulich wenig Scheuklappen belasteten Band, die man für ihren Enthusiasmus bewundern, deren vorliegenden Output man nichtsdestotrotz kritisch beurteilen muss. Nach einigem Ringen habe ich mich dann mit mir selber auf 6,5 Punkten geeinigt. Hörer mit ’ner fetten Prog-Brille (und entsprechend integrierten Hörgeräten) würden da allerdings vermutlich noch etwas höher greifen wollen… Für schlappe 5,- € steht es aber jedem selber frei, sich ein Urteil zu bilden.