THYRGRIM – Winterhall

 
Label: Northfire Records
Release: Mai 2006
Von: Gunnar
Punkte: 6/10
Time: 51:18
Stil: Black Metal
URL: Thyrgrim
 
Einige Wochen nach dem recht bemerkenswerten Debüt-Album von Godless Cruelty flattert mir schon der nächste Black Metal – Happen aus dem Hause Northfire Records ins Maul. Von THYRGRIM gibt es bereits ein Demo aus dem Jahr 2005, welches mir (akustisch) nicht bekannt ist, von dem aber auch hier einige Nummern vertreten sind. Zwar geht das deutsche Trio nicht gar so unbarmherzig wie Godless Cruelty zu Werke, trotzdem handelt es sich auch hier um einen Ausbund an kompromissloser Altschul-Orientierung. Thrashige Einflüsse sind ab und zu vernehmbar, häufig meint man gar sehr deutliche Anklänge an die ersten Desaster-Werke zu vernehmen (was ja alles andere als eine schlechte Referenz ist). THYRGRIM sind allerdings um einiges primitiver und stumpfer unterwegs. Zwischendurch lässt man es auch immer wieder etwas langsamer angehen, was der kalten und grausamen Atmosphäre aber durchaus zuträglich ist. Textlich werden hier die Geschichte über Gott und Teufel außen vor gelassen, stattdessen widmen sich THYRGRIM bevorzugt Themen wie Winter, Kälte, Natur, alten Zeiten und spirituellen Zuständen. Kältetot wartet stellenweise mit winterlichen Sturmgeräuschen und Akustikgitarren auf, und irgendwie bekommt man dauernd Lust auf eine winterliche Wanderung, was aber im Juni leider ein unerfülltes Verlangen bleiben muss. Die Texte sind erfreulicher Weise durchwegs in Deutsch gehalten, wobei der Gesang aber für meinen Geschmack eine Spur zu weit in den Hintergrund gemischt worden ist. Ich muss leider sagen, dass, obwohl mir der Stil durchaus liegt, die Sache ab der Halbzeit etwas eintönig wird. Die Ähnlichkeit der einzelnen Nummern ist auf Dauer zu gravierend. Eine Spur mehr Abwechslung hätte in Anbetracht der Tatsache, dass hier immerhin 10 Stücke geboten werden, sicher nicht geschadet. So aber ist es etwas zu viel von immer dem Selben.