Einige
Wochen nach dem recht bemerkenswerten Debüt-Album von Godless
Cruelty flattert mir schon der nächste Black Metal –
Happen aus dem Hause Northfire Records ins Maul. Von THYRGRIM
gibt es bereits ein Demo aus dem Jahr 2005, welches mir (akustisch)
nicht bekannt ist, von dem aber auch hier einige Nummern vertreten
sind. Zwar geht das deutsche Trio nicht gar so unbarmherzig
wie Godless Cruelty zu Werke, trotzdem handelt es sich auch
hier um einen Ausbund an kompromissloser Altschul-Orientierung.
Thrashige Einflüsse sind ab und zu vernehmbar, häufig
meint man gar sehr deutliche Anklänge an die ersten Desaster-Werke
zu vernehmen (was ja alles andere als eine schlechte Referenz
ist). THYRGRIM sind allerdings um einiges primitiver
und stumpfer unterwegs. Zwischendurch lässt man es auch
immer wieder etwas langsamer angehen, was der kalten und grausamen
Atmosphäre aber durchaus zuträglich ist. Textlich
werden hier die Geschichte über Gott und Teufel außen
vor gelassen, stattdessen widmen sich THYRGRIM
bevorzugt Themen wie Winter, Kälte, Natur, alten Zeiten
und spirituellen Zuständen. Kältetot wartet
stellenweise mit winterlichen Sturmgeräuschen und Akustikgitarren
auf, und irgendwie bekommt man dauernd Lust auf eine winterliche
Wanderung, was aber im Juni leider ein unerfülltes Verlangen
bleiben muss. Die Texte sind erfreulicher Weise durchwegs in
Deutsch gehalten, wobei der Gesang aber für meinen Geschmack
eine Spur zu weit in den Hintergrund gemischt worden ist. Ich
muss leider sagen, dass, obwohl mir der Stil durchaus liegt,
die Sache ab der Halbzeit etwas eintönig wird. Die Ähnlichkeit
der einzelnen Nummern ist auf Dauer zu gravierend. Eine Spur
mehr Abwechslung hätte in Anbetracht der Tatsache, dass
hier immerhin 10 Stücke geboten werden, sicher nicht geschadet.
So aber ist es etwas zu viel von immer dem Selben.