THE
PROPHECY stellen mich hier wirklich vor eine eigenartige
Aufgabe. Irgendwie drängt sich mir beim Hören der Eigenproduktion
Afterlife nämlich das Gefühl auf, dass bei dieser
Scheibe Potential verschenkt wurde, leider aber nicht in der
üblichen Art und Weise, dass eine an sich gute Band durch schlechte
Produktion und Aufmachung der CD verliert, sondern umgekehrt.
Das Dilemma zeigt sich erstmals schon beim Intro, das aus einer
Keyboardmelodie besteht, die unvermittelt immer wieder Wendungen
erfährt, die nicht ganz auf der Linie zu liegen scheinen. Und
derart unstimmig geht es leider auch weiter. Zuerst hab' ich
mir ja noch gedacht: "Hm, klingen ein wenig nach Cryptic Wintermoon
oder Graveworm.", was zwar auch nicht gerade neu und innovativ
gewesen wäre, aber dafür scheint es ja genug Leute zu geben,
die so etwas mögen. Doch dummerweise fängt dann zu allem Überfluß
auch noch eine junge Frau zu singen an, was meine Bewertung
leider ins untere Segment wirft. Nicht dass ich grundsätzlich
was gegen female voice als Stilmittel hätte, Bands wie Siebenbürgen
- auf den ersten beiden Platten-, oder Tristania -ebenfalls
früher- haben das ja auch gemacht und sich durch die charakteristischen
Sängerinnen eine unverkennbare Note gegeben. Genau da liegt
in meinen Augen dann halt auch der Hund begraben: Warum, zum
Geier, muß man eine Frau in die Band nehmen, nur um eine dabei
zu haben, wenn sie stimmlich einfach wenig drauf hat? Da hilft
es leider auch nichts, dass Yeza wohl früher auch schon bei
Mephistopheles gesungen hat, wie ich dem Begleitschreiben entnehme.
Aber die waren ja auch nie wirklich gut (allerdings nicht nur
wegen des Frauengeträllers...).
Doch jetzt genug davon, ich will ja schließlich hier niemanden
runtermachen, deshalb zum Schluß noch mal in Kürze:
Afterlife ist wirklich sehr gut produziert, ordentlich
aufgemacht, dauert bei sieben Songs knapp 38 Minuten, ist aber
leider musikalisch nicht besonders innovativ (irgendwo im langsameren
Blackmetal-Bereich mit leichten Gothic-Tendenzen) und nebenbei
durch eine weibliche Stimme belastet, die mir das Hören schon
etwas erschwert hat.
Wer' s dennoch antesten will, bekommt die Scheibe für 8 Euro
sowie weitere Infos bezüglich der reichlich vorhandenen